Robert Koch-Institut

Niedersachsen meldet 42 Affenpocken-Fälle – jüngste Ansteckung in Verden

Eine kolorierte transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus (rot) in einer infizierten Zelle (blau), die im Labor gezüchtet und in der NIAID Integrated Research Facility aufgenommen wurde.

Eine kolorierte transmissionselektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus (rot) in einer infizierten Zelle (blau), die im Labor gezüchtet und in der NIAID Integrated Research Facility aufgenommen wurde.

Hannover/Verden. Bislang haben sich in Niedersachsen 42 Menschen mit Affenpocken infiziert. Den jüngsten Fall habe es im Landkreis Verden gegeben, sagte ein Sprecher des Landesgesundheitsamtes am Dienstag in Hannover. Ausgesprochene Hotspots gebe es in Niedersachsen nicht; die Fälle seien relativ gleichmäßig über das Land verteilt. Die meisten Fälle wurden demnach mit 13 Infizierten in der einwohnerstärksten Region Hannover übermittelt.

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Erste Ansteckungen bei Jugendlichen

Bislang handele es sich bei den infizierten Menschen in Niedersachsen ausschließlich um Männer, sagte der Sprecher. „In Niedersachsen gibt es noch keine Frauen, in anderen Bundesländern schon.“ Auch keine Kinder oder Jugendlichen seien unter den Betroffenen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) hat sich inzwischen auch ein vierjähriges Mädchen aus Pforzheim in Baden Württemberg mit der Viruskrankheit infiziert. Erst vergangene Woche waren dem RKI zufolge die ersten Ansteckungen bei Jugendlichen im Alter von 15 und 17 Jahren bekannt geworden. Das Durchschnittsalter der Infizierten in Niedersachsen liege nach wie vor bei 39 Jahren, sagte der Sprecher des Landesgesundheitsamtes.

Rund 300 Impfungen

Niedersachsen habe gemessen an der Bevölkerungszahl damit vergleichsweise wenige Affenpocken-Fälle, hieß es. Rund zweieinhalb Monate nach dem ersten Affenpocken-Nachweis in Deutschland sind laut RKI bis Montag insgesamt 2916 Fälle übermittelt worden.

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Niedersachsen hatte im Juni 1200 Einzelimpfdosen des Affenpocken-Impfstoffs vom Bund bekommen. Bislang hätten die Impfärzte in Niedersachsen rund 300 Impfungen vorgenommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. „Das zeigt, dass die Impfungen gut angenommen werden, wir aktuell aber auch ausreichend viele Dosen zur Verfügung haben“.

Affenpocken verlaufen mild

Affenpocken sind nach RKI-Angaben eine seltene Viruserkrankung. Nach bisherigem Kenntnisstand werden sie hauptsächlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Nach WHO-Angaben sind der weitaus größte Teil der Betroffenen Männer bis 65 Jahre, die Sex mit Männern haben. Generell kann sich aber jeder infizieren, der engen körperlichen Kontakt mit Infizierten hat.

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Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken (Variola) verlaufen Affenpocken in der Regel deutlich milder. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen, allerdings können bei einigen Betroffenen auch schwere Verläufe auftreten.

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Von RND/dpa

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