Das Land als Erbe

Niedersachsen erbt immer mehr

Symbolbild

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Hannover. Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) darf sich über immer mehr Erbschaften freuen, die dem Land zugute kommen. 1964-mal hat Niedersachsen im vergangenen Jahr den Nachlass von Verstorbenen übernommen. Das teilte das Finanziministerium am Freitag in Hannover mit.

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Das ist ein neuer Rekord. Das Land erbt so häufig wie noch nie von seinen Bürgern. 2016 hatte die Oberfinanzdirektion noch 1740 Erbschaften gemacht. Schon das war ein Allzeithoch gewesen: 2005 wurde der Staat nur in 343 Fällen Erbe. Im Jahr 2011 waren es bereits 1200 Erbschaften, jetzt fast 2000.

Dass es keinen Erben gibt, gibt es nicht

Das liegt unter anderem an einem Grundsatz des Erbrechts: Dass es keinen Erben gibt, gibt es nicht. Immer, wenn der Verstorbene keine Nachkommen hat, das Nachlassgericht keinen Erbberechtigten finden kann oder die Kinder die Erbschaft ausgeschlagen haben, tritt der Staat an ihre Stelle. Elfmal allerdings war das Land im vergangenen Jahr per Testament bedacht worden.

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Warum das zuletzt immer häufiger passiert ist, darüber gibt es nur Mutmaßungen: Mehr Familien haben nur wenige oder gar keine Kinder. Immer häufiger sterben daher alleinstehende Menschen. Öfter als früher schlagen Erben den Nachlass auch aus, weil dieser Überschuldet ist. Um sich nicht selbst zu verschulden, lehnen die Nachkommen dann häufig die Annahme des Erbes ab.

Grundstücke und Wohnungen, die das Land erbt, werden auf immobilien.niedersachsen.de versteigert, Schmuck und andere Gegenstände auf zoll-auktion.de. Der Erlös aus der Staatserbschaft wandert in den Staatshaushalt.

1250 Euro für ein 1200 Quadratmeter großes Grundstück

Nicht immer ist das Staatserbe viel wert, wie etwa das „Grundstück mit abrisswürdigem Gebäudebestand“ in Freden (Kreis Hildesheim). Das 1200 Quadratmeter große Grundstück ist für 1250 Euro zu haben. Das mag erklären, dass der Gewinn für den Fiskus im vergangenen Jahr mit 6 Millionen Euro geringer ausfiel als in Vorjahren.

Nur selten geht das Land mit einem Minus aus einer Erbschaft. Zuletzt hat der Fiskus immer mehr eingenommen. Im Jahr 2013 erlöste Niedersachsen 5,8 Millionen Euro aus Erbschaften, 2014 waren es 7,4 Millionen, 2015 lag die Summe mit 7,2 Millionen Euro nur knapp darunter.

Der Anstieg liegt auch daran, dass die Zahl der Erbschaften in den Jahren kontinuierlich gestiegen ist. 2005 erbte der Staat in 343 Fällen. Im Jahr 2011 waren es bereits 1200 Erbschaften, jetzt mehr als 1700. Dazu kommen Tausende Nachlässe, die noch gar nicht verwertet sind.

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Von Karl Doeleke

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