„Dumpfes Verhalten“

Özil-Rücktritt: Schröder-Köpf kritisiert DFB

Doris Schröder-Köpf kritisiert den DFB im Fall von Nationalspieler Mesut Özil.

Doris Schröder-Köpf kritisiert den DFB im Fall von Nationalspieler Mesut Özil.

Hannover. Niedersachsens Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf (SPD) erhebt angesichts der wochenlangen Debatte um Nationalspieler Mesut Özil schwere Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Sein Verhalten sei angetan, die Integration junger Menschen mit ausländischem Hintergrund in Deutschland nachhaltig zurückzuwerfen. "Das dumpfe DFB-Verhalten, der brutale Rassismus der vergangenen Wochen, hat diese Jugendlichen erschüttert", sagte die SPD-Politikerin am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Etwa ein Drittel der jungen Menschen, die in Deutschland leben, hätten auch noch außerhalb ihrer Heimat Wurzeln oder Familie, also einen Migrationshintergrund.

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„Was ein Matthäus darf, darf ein Özil noch lange nicht“

Schröder-Köpf kritisierte: „Diese Vorfälle werfen Deutschland in Sachen Integration um Jahre zurück.“ Sportvereine seien für viele dieser Kinder und Jugendlichen die Orte, an denen sie sich aufgehoben und anerkannt fühlen. „Özil war und ist eines ihrer Vorbilder, einer ihrer Helden; er verkörpert das Aufstiegsversprechen, die Aussicht, dass man in Deutschland dazugehören kann, wenn man sich anstrengt“, sagte die Landtags-Abgeordnete. Sie betonte: „Ihr Eindruck ist: Was ein Matthäus darf, darf ein Özil noch lange nicht; egal, wie sehr er sich anstrengt.“

Auch im politischen Berlin gibt es Reaktionen auf den Özil-Rücktritt. Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte Özil als "tollen Fußballspieler". Linken-Chef Bernd Riexinger nennt den Rücktritt des Nationalspielers "bedauerlich".

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Özil wirft Grindel Rassismus vor

Die Debatte um den gebürtigen Gelsenkirchener mit türkischen Wurzeln war angestoßen worden durch im Mai entstandene Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Seinen Rücktritt aus der Fußball-Nationalelf hatte der 29-jährige Özil unter anderem auch mit Fremdenfeindlichkeit innerhalb des Verbands sowie vor allem den Umgang von DFB-Präsident Reinhard Grindel, deutschen Medien und Sponsoren mit ihm begründet.

In seiner mehrteiligen Stellungnahme vom Sonntag schrieb Özil unter anderem: „Leute mit rassistisch diskriminierendem Hintergrund sollten nicht länger im größten Fußballverband der Welt arbeiten dürfen, der viele Spieler aus Familien verschiedener Herkunft hat.“

Von dpa/RND

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