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Oldenburg

Verurteilter Salafist Sascha L.: Angriff auf Vollzugsbeamten im Gefängnis

Der mutmaßliche Gefängnis-Angreifer Sascha L., hier bei seiner Verhandlung in Braunschweig, sitzt seit der Tat in Einzelhaft.

Der mutmaßliche Gefängnis-Angreifer Sascha L., hier bei seiner Verhandlung in Braunschweig, sitzt seit der Tat in Einzelhaft.

Hannover.Der damals 27-Jährige war im Dezember 2017 zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Zuvor hatte der zum Islam konvertierte ehemalige Neonazi gestanden, einen Sprengstoffanschlag auf Soldaten oder Polizisten geplant zu haben.

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Beamter ist dienstunfähig

Vor einer Woche soll L. nach Informationen der HAZ in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg einen Vollzugsbeamten angegriffen und verletzt haben. „Der Bedienstete erlitt durch den Angriff mit zwei Gefängnisgabeln oberflächliche körperliche Verletzungen und ist gegenwärtig dienstunfähig“, sagte Christian Lauenstein, der Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums. Die Gabeln seien aus sogenanntem Weichmetall, die Zinken des Bestecks seien aus Sicherheitsgründen nicht angespitzt. Inzwischen habe die Generalstaatsanwaltschaft in Celle die Ermittlungen übernommen. „Die Akten sind hier ganz frisch eingetroffen“, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Kolkmeier der HAZ. Derzeit werde wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

Disziplnarische Konsequenzen

Zu den Hintergründen des Angriffs und den genauen Umständen der Attacke wollen sich die Ermittler derzeit nicht äußern. Es würden noch eine Reihe von Befragungen ausstehen. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, ist derzeit unklar. Für den Angreifer hat die Tat allerdings erste disziplinarische Konsequenzen. Wie das Justizministerium bestätigte, wurde er in einen Sicherheitstrakt der JVA Oldenburg verlegt und sitzt dort in Einzelhaft.

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Sascha L. war im Sommer 2016 ins Visier der Ermittler geraten. Damals hatte er versucht, mithilfe von Mittelsmännern in ein Land auszureisen, in dem die Gesetze der Scharia, die strengen religiösen Pflichten und Rechte des Islam, gelten. Die Stadt Northeim verhängte daraufhin ein Ausreiseverbot gegen den jungen Mann. L. soll daraufhin den Plan entwickelt haben, Polizisten oder Soldaten mit einem Sprengsatz zu töten, um sich so an staatlichen Institutionen zu rächen. Ende Februar 2017 wurde L. in Northeim festgenommen. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen stiegen die Ermittler auf diverse Chemikalien sowie elektronische Bauteile zur Herstellung eines Zünders.

Von Tobias Morchner und Christian Harborth

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