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Digitalisierung

Opposition: Masterplan ist ein Sparplan

Will seine Pläne Dienstag vorstellen: Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU)

Will seine Pläne Dienstag vorstellen: Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU)

Hannover. Die Pläne der rot-schwarzen Landesregierung, Laptops oder Tablets als Pflichtausstattung für Schüler einzuführen, ist bei Opposition, Verbänden und Gewerkschaften auf teilweise scharfe Kritik gestoßen. Vor allem, weil die Eltern die Kosten tragen sollen. So steht es im "Masterplan Digitalisierung" von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), der der HAZ vorliegt. Das Kultusministerium versuchte am Freitag, die Gemüter zu beruhigen.

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„Damit würden Normal- und Geringverdiener finanziell besonders belastet, was die GEW entschieden ablehnt“, sagte die Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft, Laura Pooth. „Minister Althusmann macht es sich zu einfach, wenn er auf Kosten der Elternschaft die Schulen mit Laptops oder Tablets ausstatten lassen will“, erklärte Torsten Neumann, Landeschef des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte. Die Lehrkräfte seien noch immer nicht genügend auf die Digitalisierung vorbereitet. „Die Gesamtkosten haben jetzt ein Maß erreicht, wo es nicht mehr weiter ansteigen darf“, sagte Mike Finke, Vorsitzender des Landeselternrats.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Julia Willi Hamburg nannte die Pläne zynisch. „Tablets oder Laptops für die Schüler zu fordern, aber dann sollen es bitteschön die Eltern zahlen. Das klingt nach Sparplan, statt Masterplan.“ FDP-Fraktionsvize Jörg Bode sprach von einem „Desasterplan“ und „Zwangs-Laptops“. Linken-Landeschefin Anja Stoeck warnte davor, dass Grundrecht auf Bildung auszuhöhlen.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) betonte, dass Eltern nicht unbedingt neue Laptops kaufen müssten. Weit über 90 Prozent der 12- bis 19-Jährigen hätten ein eigenes Smartphone oder ein anderes digitales Endgerät, diese sollten perspektivisch auch im Unterricht eingesetzt werden können. „Eine digitale Zweiklassengesellschaft werde es nicht geben“, versicherte Tonne. Schüler, die sich kein Endgerät leisten könnten, sollten unterstützt werden.

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Althusmann will den „Masterplan Digitalisierung“ am kommenden Dienstag vorstellen. Das Wirtschaftsministerium wollte sich am Freitag nicht dazu äußern.

Von Marco Seng

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