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Prozess um 100-fachen Patienten-Mord

Polizei: „Högel ging es nur darum, zu töten“

Der Patientenmörder Niels Högel sitzt am Donnerstag neben seiner Anwältin Kirsten Hüfken im Gerichtssaal in Oldenburg. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Der Patientenmörder Niels Högel sitzt am Donnerstag neben seiner Anwältin Kirsten Hüfken im Gerichtssaal in Oldenburg. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Oldenburg.Hat der Ex-Krankenpfleger Niels Högel aus purer Mordlust Dutzende Patienten in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst getötet? Davon ist die Polizei nach jahrelangen Ermittlungen überzeugt. „Am Ende ging es bei Herrn Högel nur noch darum, zu töten“, sagte der ehemalige Leiter der Sonderkommission „Kardio“, Arne Schmidt, am Donnerstag beim Mordprozess vor dem Landgericht Oldenburg. Am Anfang sei es Högel wohl um Anerkennung für erfolgreiche Reanimationen gegangen. Doch das Motiv habe sich gewandelt, sagte der frühere Chefermittler.

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Schmidt warf dem Ex-Krankenpfleger in seiner mehrstündigen Zeugenaussage gezielte Lügen und Inszenierungen vor. „Herr Högel sagt nicht durchgehend die Wahrheit.“ Er gebe immer nur das zu, was die Polizei ihm nachweisen könne – und könne sich dann detailreich erinnern. „Diese Aussagen dürften dann auch den Tatsachen entsprechen. Schmidt sprach von „flexiblem Aussageverhalten“. Bei der Auswahl seiner Opfer und bei den verwendeten Medikamenten etwa habe Högel immer wieder andere Varianten angegeben.

Schmidt kritisierte zumdem, dass die Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst Beweise für die Taten von Högel unterdrückt hätten. Dem Ex-Pfleger wird der Mord an 100 Patienten in den beiden Kliniken vorgeworfen. Högel soll seine Opfer mit Medikamenten tot gespritzt haben. Der Angeklagte hat bislang 43 Tatvorwürfe eingeräumt, 5 bestritten und in 52 Fällen erklärt, sich an den Vorfall nicht zu erinnern. Für sechs weitere Taten war er bereits verurteilt worden und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe.

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Schmidt leitete die Soko Kardio von Ende 2014 bis Mitte 2017. Er hat nach eigenen Angaben insgesamt rund 30 Stunden lang mit Högel über dessen Taten gesprochen. Der ehemalige Chefermittler geht davon aus , dass nicht alle Taten aufgeklärt werden können. „Es bleiben Lücken, die wir nicht schließen können.“

Von Marco Seng

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