Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

Rückläufige Besucherzahlen in Norddeutschlands KZ-Gedenkstätten

Deutlich weniger Menschen besuchten die Gedenkstätte Bergen-Belsen im Jahr 2021.

Deutlich weniger Menschen besuchten die Gedenkstätte Bergen-Belsen im Jahr 2021.

Hamburg . Die KZ-Gedenkstätten in Norddeutschland haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Besucherinnen und Besucher verzeichnet als noch vor der Corona-Pandemie. Grund für den anhaltenden Rückgang der Besucherzahlen sind vor allem die mehrmonatigen Schließungen, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) ergab.

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Gedenkstätte Ladelund gegen den Trend

Schon im Jahr zuvor waren die Zahlen stark gesunken. Neben pandemiebedingten Schließungen waren auch Einbrüche im Tourismus Grund dafür. In der Hamburger KZ-Gedenkstätte Neuengamme gingen die Besucherzahlen 2021 auf 42.500 zurück, ein Minus von 13.800 Gästen. Im Vor-Corona-Jahr 2019 wurden noch 123.200 Besucher und Besucherinnen gezählt. Die Gedenkstätte musste von November 2020 bis Mitte Mai 2021 schließen.

Entgegen dem Abwärtstrend konnte Deutschlands nördlichste KZ-Gedenkstätte Ladelund (Kreis Nordfriesland) 2021 etwas mehr Besucherinnen und Besucher empfangen als im Jahr zuvor. Der Zuwachs liege wahrscheinlich daran, dass die Gedenkstätte an der dänischen Grenze im vergangenen Jahr mit insgesamt acht Wochen deutlich kürzer geschlossen werden musste als im Jahr zuvor, so die Träger. Im Vergleich lagen die Besucherzahlen jedoch auch dort deutlich unter denen von 2019.

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Gedenktag Ende Januar

In der niedersächsischen KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen halbierten sich die Gesamtbesucherzahl im Vergleich zum Vorjahr auf gut 100.000. Die Zahlen seien auch deshalb gesunken, weil keine neuen Sonderausstellungen eröffnet wurden, erklärte der Träger. Während das Außengelände der Gedenkstätte das Jahr über frei zugänglich gewesen war, sei das Dokumentationszentrum erst ab Mai geöffnet gewesen. Auch die Gedenkstätte Wöbbelin in Mecklenburg-Vorpommern war 2021 monatelang geschlossen. Als Reaktion auf die Schließungen habe die Einrichtung digitale Alternativen geschaffen, wie beispielsweise eine digitale Gedenkwoche anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers. Auch andere Gedenkstätten erweiterten ihre Angebote.

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In Deutschland gibt es Dutzende KZ-Gedenkstätten, hinzu kommen viele weitere Erinnerungsstätten für die Verbrechen der Nationalsozialisten. Rund sechs Millionen europäische Juden wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Verfolgt und in großer Zahl getötet wurden auch Regimegegner, überzeugte Christen, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie Menschen mit Behinderung. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz in Polen befreit. Seit 1996 wird zu diesem Datum der Holocaust-Gedenktag begangen.

Von RND/epd

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