Wahrzeichen

Kippt er komplett? Moleturm in Bremerhaven weiter in bedrohlicher Schieflage

Teile der Nordmole in Bremerhaven sind in der Nacht zum Donnerstag eingesackt. Die Einfahrt zur Geeste ist gesperrt. +++ dpa-Bildfunk +++

Teile der Nordmole in Bremerhaven sind in der Nacht zum Donnerstag eingesackt. Die Einfahrt zur Geeste ist gesperrt. +++ dpa-Bildfunk +++

Bremerhaven. Noch steht er, der vom Einsturz bedrohte schiefe Moleturm an der Einfahrt zum Fischereihafen in Bremerhaven. Die Mole sei nicht weiter abgesackt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Nach vorläufiger Planung soll die rote Kuppel des schiefstehenden Moleturms am Samstag von Sachverständigen untersucht werden. Das teilte der Sprecher des Hafenbetreibers Bremenports mit.

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Für die Untersuchung solle ein Ponton - eine schwimmende Plattform - genutzt werden, auf dem zwei Kräne stehen. Die Sachverständigen sollen den Angaben zufolge in Arbeitskörben zur der Kuppel herabgelassen werden.

Mit der Begutachtung solle herausgefunden werden, ob und wie sich die denkmalgeschützte Kuppel unbeschadet von dem Mauerwerk des Turms lösen lasse. Falls keine neuen Probleme auftreten, soll die Kuppel Ende kommender Woche abgebaut werden. Danach soll der Turm abgetragen werden.

Verliert Bremerhaven ein zweites Wahrzeichen?

In der Nacht zum Donnerstag hatte sich die Nordmole, an deren Spitze der Turm steht, abgesenkt. Der rund 20 Meter hohe Turm befindet sich seitdem in einer bedrohlichen Schieflage. Als Reaktion hat die Polizei die Einfahrt zur Geeste abgesperrt. Auch der Fährbetrieb der Weserfähre musste eingestellt werden. Wie die Reederei mitteilte, ist ein Ersatzverkehr geplant. Die nötige Dauer der Sperrung blieb zunächst unklar.

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Der Bereich rund um die Mole ist bereits seit Jahren baufällig. Nun droht Bremerhaven binnen weniger Jahre schon das zweite Wahrzeichen zu verlieren: Erst 2019 sank das Museumsschiff „Seute Deern“ auf den Boden des Hafenbeckens – und war anschließend nicht mehr zu retten.

Leuchtturm droht umzustürzen

Der Moleturm ist in eine gefährliche Schieflage geraten. Er könnte ins Wasser stürzen, wenn der Pegel weiter sinkt.

Moleturm steht seit 2001 unter Denkmalschutz

Die Nordmole mit dem Leuchtfeuer ist eines der Wahrzeichen von Bremerhaven. Nach Angaben der Stadt steht das Seezeichen, das 1914 in Betrieb genommen wurde, seit 2001 unter Denkmalschutz. Die Nordmole ist Eigentum des Landes Bremen, der Turm mit seinem aktiven Leuchtfeuer gehört der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Die Mole und auch der Molenkopf, auf dem der Turm steht, sind nach Angaben von Bremenports auf Holzpfählen gegründet.

Das Absacken der Nordmole ereignet sich ausgerechnet zu den maritimen Tagen, dem Hafenfest der Stadt an diesem Wochenende. Mehr als 80 verschiedene Segel-, Motor- und Dampfschiffe sollen zu sehen sein.

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Von RND/lni

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