Aurich

Schluss und Riegel

„War mal das Verlies vom Schloss“: Unter Häftlingen hatte die JVA in Aurich keinen guten Ruf.

„War mal das Verlies vom Schloss“: Unter Häftlingen hatte die JVA in Aurich keinen guten Ruf.

Aurich. Als quasi symbolischen Akt schraubte ein Beamter das Schild mit der Aufschrift „Justizvollzugsanstalt“ ab, dann war die Nebenstelle Aurich der JVA Meppen Geschichte. Die letzten vier Häftlinge hatten die Einrichtung zu diesem Zeitpunkt verlassen: Wie das Justizministerium in Hannover mitteilte, sind sie bereits vor Wochen an andere Standorte verlegt worden.

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Schon Anfang des Jahres hatte die Diskussion über die Zukunft und eine mögliche Schließung des Gefängnisses begonnen. Später waren schwere Mängel und Lücken bei Sicherheitsstandards bekannt geworden. Verbesserungen hätten Investitionen von knapp 5 Millionen Euro bedeutet.

Unter den ehemaligen Insassen hatte der Altbau mit den dicken Wänden und kleinen Fenstern ohnehin keinen guten Ruf. „Der Auricher Knast war voll mal das Verlies vom Schloss“, schrieb ein früherer Häftling im Internet. Ein anderer empfahl, nachts einen Eimer Wasser auf den Klodeckel zu stellen, um keinen Besuch von Ratten zu bekommen. Fachleute untersuchten das Gebäude und fanden versteckte Handys, spürten Verstecke in Hohlräumen auf und stießen auf Baumängel. Daraufhin wurden die ursprünglich zugelassenen 29 Haftplätze zunächst auf neun reduziert, das Ministerium ordnete die Sperrung an.

Die 14 Bediensteten wechselten inzwischen an andere Standorte. Vier von ihnen haben künftig direkt gegenüber ihren Dienstsitz beim Landgericht Aurich. Die alten Haftanlagen sollen zeitweise der Justiz erhalten bleiben - als Vorführbereich für Angeklagte bei Prozessen.

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Außer Aurich hat auch die JVA Salinenmoor bei Celle den Betrieb beendet. Dort waren bis zu 123 Bedienstete beschäftigt - bei 212 Haftplätzen. Um Überkapazitäten bei Haftplätzen abzubauen und Kosten zu sparen, soll Ende 2016 zudem die JVA Braunschweig schließen. Niedersachsen hat insgesamt rund 6600 Haftplätze.

dpa

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