Vierfachmörderin fordert Schadensersatz

„Schwarze Witwe“ wieder vor Gericht

Foto: Die in der Justizvollzugsanstalt Vechta einsitzende Klägerin fordert rund 5000 Euro Schadensersatz.

Die in der Justizvollzugsanstalt Vechta einsitzende Klägerin fordert rund 5000 Euro Schadensersatz.

Göttingen. Die zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte sogenannte „Schwarze Witwe“ Lydia L. aus Bodenfelde (Kreis Northeim) beschäftigt weiter die Justiz. Die heute 74 Jahre alte frühere Prostituierte, die das Landgericht Göttingen im Sommer 2008 wegen vierfachen Männermordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilte, hat eine Zivilklage angestrengt. Die in der Justizvollzugsanstalt Vechta einsitzende Klägerin fordert von dem heutigen Besitzer ihres früheren Hauses rund 5000 Euro Schadensersatz.

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Der neue Besitzer hatte ihr Haus, in dem auch mehrere ihrer später ermordeten Männer gewohnt hatten, im August 2010 bei einer Zwangsversteigerung erworben. Die 74-Jährige wirft ihm vor, nach der Übernahme des Hauses unberechtigterweise zahlreiche Gegenstände entsorgt zu haben, die ihr gehört hätten, unter anderem mehrere Kinderfahrräder, eine Sofa- und eine Badezimmergarnitur, ein Paar Wasserskier, eine Wohnmobilleiter, eine alte Schulbank sowie Baumaterialien.

Das Gericht muss nun prüfen, ob die Gegenstände überhaupt noch vor Ort waren, als der Käufer das Haus in Besitz nahm, ob die Gegenstände tatsächlich ihr gehörten und welchen Wert diese hatten. Um dies zu klären, waren am Donnerstag mehrere Zeugen geladen, darunter der Sohn der „Schwarzen Witwe“. Dieser hatte schon in dem Strafprozess eine Rolle gespielt. Er soll seiner Mutter geholfen haben, eines ihrer Mordopfer in einem Garten in Springe zu vergraben.

Die Zeugenvernehmung nahm längere Zeit in Anspruch, da der 52-Jährige immer wieder weitschweifige Erklärungen abgab. Er bestätigte zwar, dass die Gegenstände seiner Mutter gehörten, machte aber zumeist wenig konkrete und manchmal auch widersprüchliche Angaben. Auf Nachfrage gab er an, am Abend vor der Zwangsversteigerung noch in dem Haus gewesen zu sein. Nach der Anhörung von zwei weiteren Zeugen vertagte sich das Gericht.

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Sie wollte das Geld reicher Rentner

Für die Mordserie an vier älteren Herren erhielt die frühere Prostituierte Lydia L. in den Medien schnell den Beinamen „Schwarze Witwe“. Sie umgarnte reiche Rentner, um sie auszunehmen. Wenn Lydia L. nicht auf anderem Wege an deren Vermögen kam, mussten die Männer in den Jahren sterben. „Für Geld ist sie über Leichen gegangen“, urteilte das Landgericht Göttingen im Jahr 2008 und schickte die damals 69-Jährige wegen vierfachen Mordes lebenslang hinter Gitter. Ein ihr höriger Gehilfe, der die Taten beging und schließlich alles aufdeckte, erhielt zwölf Jahre Haft.

von Heidi Niemann

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