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Kommentar zur Nord/LB

Sparkassen haben keine Wahl

Helfen der Nord/LB: Die Sparkassen beteiligen sich an dem Rettungsplan für die Landesbank.

Helfen der Nord/LB: Die Sparkassen beteiligen sich an dem Rettungsplan für die Landesbank.

Hannover.Im Lager der Sparkassen war die Bereitschaft zur Hilfe für die Norddeutsche Landesbank – zurückhaltend formuliert – nicht sehr ausgeprägt. In den Büchern der niedersächsischen Institute hatte die Nord/LB mal einen Wert von 1,1 Milliarden Euro, inzwischen mussten die Häuser ihr Engagement auf null abschreiben. Das hat die Bereitschaft für neuerliche Gaben erheblich eingeschränkt, obwohl ihre eigenen Vertreter im Aufsichtsrat die verhängnisvollen Schiffskredite mitzuverantworten haben. Am Ende aber hatten die Sparkassen keine andere Wahl.

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Der Einstieg von Finanzinvestoren bei „ihrer“ Landesbank hätte den Aufsichtsbehörden signalisiert, dass es mit der Solidarität im öffentlich-rechtlichen Lager nicht weit her ist, sobald ein Mitglied der Familie ernsthaft in Not gerät. Das hätte zur Folge haben können, dass die Sparkassen wichtige Privilegien verlieren. Bisher müssen sie Kredite an andere Mitglieder der Finanzgruppe nicht mit Eigenkapital unterlegen. Wäre das anders, kämen auf die Sparkassen hohe Belastungen zu.

Die niedersächsische Landesregierung hat darauf vertraut, dass diese Gefahr ihre Nord/LB-Partner dazu zwingt, ihre Taschen zu öffnen. Die Verhandlungen mit den Finanzinvestoren haben den Druck noch erhöht – letztlich konnte sich bei den Sparkassen dann doch niemand vorstellen, diesen Konkurrenten einen direkten Zugriff auf die eigene Kundschaft zu gewähren. Die eigentliche Bewährungsprobe haben das Land und die Sparkassen aber noch vor sich: Sie müssen jetzt zeigen, dass sie die Bank in Eigenregie sanieren können. Bisher sind sie an dieser Aufgabe kläglich gescheitert.

Von Jens Heitmann

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