Verbotener Islamkreis beobachtet

Spionierte der jordanische Geheimdienst in Hildesheim?

Die Moschee des Deutschsprachigen Islamkreis in der Nähe des Hildesheimer Hauptbahnhofs wurde 2017 nach dem Verbot durch das niedersächsische Innenministerium durchsucht.

Die Moschee des Deutschsprachigen Islamkreis in der Nähe des Hildesheimer Hauptbahnhofs wurde 2017 nach dem Verbot durch das niedersächsische Innenministerium durchsucht.

Jena/Hildesheim. Ein 33 Jahre alter Deutscher ist in Thüringen wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit angeklagt. Der Mann soll den Auftrag gehabt haben, Informationen über eine als Radikalen-Treff bekannte Moschee in Hildesheim zu sammeln.

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Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, den jordanischen Geheimdienst mit Informationen über islamische Extremisten in Deutschland versorgt zu haben. Wie die Behörde am Montag in Karlsruhe mitteilte, sitzt der Mann in Untersuchungshaft, nachdem er Anfang August festgenommen worden war. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest, Anklage wurde vor dem Staatsschutzsenat des Thüringer Oberlandesgerichts erhoben.

Der 33-Jährige soll Angehörigen des jordanischen Geheimdienstes zwischen März 2016 und Mai 2018 unter anderem Informationen über die als Treffpunkt radikaler Islamisten bekannte Moschee im niedersächsischen Hildesheim übermittelt haben. Betreiber der Moschee war der inzwischen verbotene Verein "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim". Auch der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, hatte sich dort aufgehalten.

Zudem soll der Mann Informationen über mehrere in Deutschland lebende Personen aus der radikalen Salafisten-Szene weitergegeben haben, die nach seiner Einschätzung in den Dschihad („Heiliger Krieg“) nach Syrien ziehen wollten oder bereits dorthin ausgereist waren. Außerdem soll er auch Informationen über Menschen vermittelt haben, die nach seiner Einschätzung Kontakte zur radikal-islamischen Hamas oder den Muslimbrüdern hatten und denen er Geldwäschegeschäfte in den palästinensischen Autonomiegebieten zuschrieb.

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Von dpa/RND

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