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Kommentar zur Marienburg

Teures Geschäft

Das Schloss Marienburg: Die Welfen geben es für einen symbolischen Euro ab.

Das Schloss Marienburg: Die Welfen geben es für einen symbolischen Euro ab.

Hannover. Kaum eine Familie hat Niedersachsen so geprägt. Doch mit ihrem historischen Erbe pflegen die Welfen einen höchst zwiespältigen Umgang. Zum Entsetzen von Historikern machten sie bei einer umstrittenen Auktion 2005 im großen Stil Kunstschätze zu Geld und strichen Gewinne in Millionenhöhe ein. Verluste hingegen reichen sie an die öffentliche Hand weiter: Die Marienburg ist – wie fast alle Kulturstätten – ein Zuschussgeschäft, mit dem die Welfen nun nichts mehr zu tun haben. Für die teure Sanierung müssen jetzt Bund und Land aufkommen, und es steht zu befürchten, dass auch der Betrieb des Schlosses mit Gastronomie, Führungen und Konzerten künftig vom Steuerzahler subventioniert werden muss.

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Ernst August von Hannover beteuert, er sei mit dem Erhalt der Burg finanziell an seine Grenzen geraten. Wie klamm er tatsächlich ist, kann niemand beurteilen. Minister Björn Thümler sagt lapidar, er habe Ernst Augusts Konten nicht eingesehen. Für das Land kann sich die Marienburg als schwarzer Peter erweisen. Warum sollte der Staat bei der Vermarktung des Schlosses unternehmerisch erfolgreicher sein als der Adel?

Von Simon Benne

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