Stiftung

Thümler kündigt Konsequenzen im Braunschweiger Klüngel an

Will Forschungserfolge besser vermarkten: Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU).

Will Forschungserfolge besser vermarkten: Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU).

Hannover. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hält im Fall der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz disziplinarische Konsequenzen für möglich. Die Stiftung steht wegen einer intransparenten Förderpraxis unter Klüngelverdacht, der Landesrechnungshof hat bereits empfohlen, einige Vertreter der Stiftung zum Regress heranzuziehen. „Unser Aufklärungswille ist ungebrochen, der Bericht des Landesrechnungshofes wird, so oder so, Konsequenzen haben“, sagte Thümler gestern in Hannover. Neben dem Landesrechnungshof durchleuchte auch ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen die Stiftung, die in Braunschweig ein Kapital von mehr als 275 Millionen Euro verwaltet. „Dass die Stiftung administrative Probleme hat, liegt auf der Hand“, sagte Thümler. Er wolle andererseits nicht, dass es jetzt einen „Einmarsch hannoverscher Behördenvertreter“ in die Braunschweiger Stiftung gebe, die eigenständig sei – „das will ich schon als Oldenburger nicht“.

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Thümler zog am Donnerstag eine Bilanz seiner ersten hundert Tage als Wissenschaftsminister. Er betonte, dass man die Erneuerung der Universitätsmedizin Göttingen mit einem Neubau, der 162 Millionen Euro kosten werde, auf den Weg gebracht habe. Die Umstellung auf Digitalisierung, der sich die neue Landesregierung verschrieben hat, müsse auch in der Hochschulmedizin vorangetrieben werden. Allein Göttingen erhalte hier von 2018 bis 2023 zusätzlich 25 Millionen Euro, um eine zeitgemäße Dateninfrastruktur zu bekommen.

Thümler will auch  mehr und bedarfsgerechte Studienangebote in den Bereichen Informatik und Informationswissenschaften schaffen. Hierzu soll es Digitalisierungs-Professuren geben. Auch die niedersächsischen Landesmuseen sollen sich stärker digital ausrichten. Hierfür wurden neue Zielvereinbarungen unterzeichnet. Der Minister betonte, er wolle Forschungs- und Wissenschaftserfolge stärker vermarkten – etwa mit Pressekonferenzen an wechselnden Orten.

Thümlers erste Pressekonferenz fand im Landesdenkmalamt statt, wo er Ruandas Botschafter in Berlin, Igor Cesar, begrüßte. Die Denkmalforscher arbeiten mit Hamburger Rechtsmedizinern an einem Projekt zur Konservierung von Opfern des Völkermordes in Ruanda, wo 1994 knapp eine Million Menschen ermordet wurden. Im kommenden Jahr wird es in Ruanda Gedächtnisfeiern zum 25. Jahrestag des Völkermordes geben. Thümler kündigte an, möglicherweise zu diesen Feiern reisen zu wollen – nach Absprache mit der Staatskanzlei.

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Von Michael B. Berger

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