Nach Übernahme durch Komatsu

Traditionsname Hanomag ist Geschichte

Der Traditionsname als Marke schon länger keine Rolle mehr. So trägt dieser Tagebau-Muldenkipper (Foto) das Komatsu-Logo.

Der Traditionsname als Marke schon länger keine Rolle mehr. So trägt dieser Tagebau-Muldenkipper (Foto) das Komatsu-Logo.

Hannover. Seit Donnerstagist der Name Hanomag Geschichte. 145 Jahre nach der Gründung der Hannoverschen Maschinenbau Aktiengesellschaft hat ihm eine Fusion zweier Landesgesellschaften des japanischen Baumaschinenkonzerns Komatsu ein Ende gesetzt. Als Marke ist Hanomag schon vor Jahren von den Maschinen verschwunden - nur die hannoversche Tochterfirma Komatsu Hanomag GmbH führte den Traditionsnamen noch.

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Damit ist jetzt Schluss. Komatsu hat seine beiden deutschen Töchter zur Komatsu Germany GmbH mit Sitz in Hannover verschmolzen. Die Standorte in Hannover, wo rund 600 Beschäftigte Bagger, Radlader und Muldenkipper fertigen, und Düsseldorf - mit 700 Mitarbeiter Sitz des Geschäfts mit Großhydraulikbaggern - bleiben erhalten. „Durch die Verschmelzung kann die Zusammenarbeit der beiden Standorte optimiert werden, um in Zukunft noch schneller und flexibler auf Kundenwünsche reagieren zu können“, teilte Komatsu mit.

Geführt wird das Unternehmen von den Geschäftsführern der beiden bisherigen Firmen, darunter auch Komatsu-Hanomag-Chef Göksel Güner. Den Vorsitz des Managements übernimmt Norbert Walther, bisher Chef der Komatsu Mining Germany in Düsseldorf. Auch die Geschäftsführer verblieben an ihren angestammten Standorten, hieß es.

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Der Komatsu-Konzern hatte „die Hanomag“ im Jahr 1989 in gefährlicher Schieflage übernommen. Nach unzähligen Verkäufen, Umstrukturierungen und Zerschlagungen war das Traditionshaus fünf Jahre zuvor in die Pleite gerutscht. Ein Unternehmertrio rund um den Baumagnaten Günter Papenburg gründete eine Auffanggesellschaft, mit der sie den Konzern leidlich über Wasser hielten - bis sich schließlich in Japan ein Käufer fand. Komatsu musste für die Tochter noch jahrelang Hauptversammlungen abhalten, weil ihr nicht alle Anteile der Aktiengesellschaft gehörten. Erst 2002 mit den neuen rechtlichen Möglichkeiten des „Squeeze-Outs“ - des Herausdrängens von kleinen Minderheiten aus dem Unternehmen - konnten die Japaner die Hanomag von der Börse nehmen.

Seitdem war Komatsu Hanomag nur noch ein Satellit der Firmenzentrale in Tokio - allerdings mit zunehmenden Kompetenzen. Komatsu investierte in Entwicklung, Teststrecken und neue Produkte. Güner, der in Hannover seit zwölf Jahren das Unternehmen führt, gelang es, die Mannschaft ohne dramatische Abschmelzungen durch die „Jahrhundertkrise“ der Baumaschinenbranche 2008/09 zu bringen. Heute sind mit 600 Mitarbeitern rund 10 Prozent mehr an Bord als beim „Squeeze-Out“.

Die Hanomag geht zurück auf das Jahr 1835, als Georg Egestorff eine „Eisen-Giesserey und Maschinenfabrik“ im damals noch selbstständigen Linden gründete. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Lokomotivhersteller in Deutschland, wurde jedoch schon in den ersten Jahrzehnten mehrfach weitergereicht. Ein Bankenkonsortium gründete schließlich 1871 die „Hannoverschen Maschinenbau Actiengesellschaft“. Hanomag avancierte zum Hersteller von Fahrzeugen aller Art, bis sich der Unternehmer Horst-Dieter Esch mit dem Plan überhob, aus der Hanomag den größten Baumaschinenkonzern der Welt zu formen. Heute zeugt nur noch der Name auf Gebäuden der einstigen Zentrale in Linden von den ruhmreichen Zeiten. Von dem Gelände in Linden nutzt Komatsu selbst nur einen Bruchteil.

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