Medizintechnikunternehmen

Utz Claassen wird Vorstandschef von Syntellix

Utz Claassen  wird Vorstandschef von Syntellix.

Utz Claassen  wird Vorstandschef von Syntellix.

Hannover. Zehn Jahre nach der Gründung des Medizintechnikunternehmens Syntellix übernimmt Hauptaktionär Utz Claassen den Vorstandsvorsitz.  Aufsichtsratskollegen und Investoren hätten ihn um diesen Schritt schon länger gebeten, sagte Claassen am Freitag. Ziel sei es, die Potenziale des Startups bestmöglich auszuschöpfen und die strategische und operative Entwicklung zu beschleunigen.  Zudem wolle Syntellix an die Börse gehen. „Dann muss der Gründer auch der Vorstandschef sein“, sagte Claassen der HAZ. Als prominente Beispiele nannte er Apple, Google und Facebook.

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Syntellix stellt Schrauben aus einer Magnesiumlegierung her,  die nach Claassens Einschätzung in der Chirurgie den bisherigen Werkstoff Titan ablösen werden.  Da sich die Schrauben – etwa nach Knochenbrüchen – im Körper mit der Zeit von selbst auflösen, ist keine zweite Operation nötig wie bei den derzeit noch überwiegend verwendeten Schrauben aus Titan. Weil Syntellix derzeit der einzige Hersteller weltweit sei und über die Patente verfüge, könne die Firma einen Milliardenmarkt erobern, meint Claassen. Es handele sich um eine technologische Revolution vergleichbar der Entwicklung des Smartphones.

Systellix hat zudem zwei neue Aktionäre dazu gewonnen: Neben dem früheren Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen habe sich auch der Finanzanalyst und Investor Rolf Elgeti an der Firma beteiligt, hieß es gestern. Fitschen soll bei der nächsten Hauptversammlung auch in den Aufsichtsrat einziehen und das Kontrollgremium gemeinsam mit Claassens Frau Annette führen. „Meine Frau ist eine bessere Aufsichtsratsvorsitzende als ich es je sein könnte, weil sie strenger ist als ich“, sagte Claassen.

Nach eigenen Angaben ist Syntellix in 40 Ländern aktiv, als nächste Schritte seien die medizinische Zulassung und der Markteintritt in den USA und in China geplant. Zu Umsatz und Ertrag macht das Unternehmen keine Angaben. „Viele Tausend Patienten“ würden bereits mit den Magnesium-Schrauben versorgt, hieß es lediglich. Als Standorte für den geplanten Börsengang kämen Singapur, Schanghai oder die US-Technologiebörse Nasdaq in Betracht.

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Dass er das operative Geschäft künftig selbst steuern wolle, dürfe man nicht als Symptom für eine Krise der Firma deuten, sagte Claassen. Im Gegenteil: Es gehe darum, die nächste Wachstumsphase einzuleiten. Dafür spreche auch, dass der bisherige Unternehmenschef Thomas Mayer als Finanzvorstand an Bord bleibe. Claassen und Mayer kennen sich aus ihrem gemeinsamen Engagement bei der Erlanger Solar Millenium AG, die 2011 unter dubiosen Umständen Insolvenz anmelden musste.

Syntellix hatte zuletzt durch den Streit zwischen Claassen und dem früheren AWD-Chef Carsten Maschmeyer für Aufmerksamkeit gesorgt. Maschmeyer war 2013 bei der Firma eingestiegen und hatte Claassen später wegen angeblicher Untreue bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.  Später einigten sich beide außergerichtlich –Maschmeyer verkaufte seine Anteile an Claassen.

Von Jens Heitmann

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