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Marienburg

Verklagt Ernst August jetzt auch seinen Sohn?

„Mir geht es um eine Zukunftslösung“: Ernst August Erbprinz von Hannover will das Schloss verkaufen, sein Vater ist dagegen.

„Mir geht es um eine Zukunftslösung“: Ernst August Erbprinz von Hannover will das Schloss verkaufen, sein Vater ist dagegen.

Hannover.Der Streit bei den Welfen könnte bald auch deutsche Justiz beschäftigen. Ernst August Prinz von Hannover bereitet offenbar eine Klage gegen seinen eigenen Sohn vor. Wie aus seinem Umfeld verlautet, will der Chef des Hauses Hannover seine Ansprüche in Deutschland gerichtlich durchsetzen. Er wirft Ernst August junior unter anderem den geplanten Verkauf der Marienburg vor. Trotz der Klagen verfolge Ernst August aber weiterhin das Ziel, den Familienstreit friedlich zu lösen, hieß es weiter aus dem Umfeld. Direkte Gespräche zwischen Vater und Sohn gebe es aber nicht.

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Ernst August junior reagierte überrascht auf die Nachricht vom möglichen Rechtsstreit mit seinem Vater. Dabei könne es sich „nur um unbegründete und haltlose Behauptungen von Seiten der Anwälte meines Vaters handeln“, erklärte er gegenüber der HAZ: „Einer juristischen Klärung sähe ich daher gelassen entgegen.“

Über die Intentionen seines Vaters wolle er nicht spekulieren, sagt Ernst August junior. Ob ein gütlicher Kompromiss mit seinem Vater denkbar sei? „Mir geht es um eine Zukunftslösung“, betont der Sohn. Schloss Marienburg und seine Kunstobjekte müssten dauerhaft für die Öffentlichkeit erhalten bleiben, die rund 60 Arbeitsplätze gesichert werden: „Es gibt einfach keine zielführende Alternative dazu.“

Weitere Klagen drohen

Ernst August senior bereitet dem Vernehmen nach zudem weitere Klagen gegen Prinz Michael von und zu Liechtenstein vor, der das Vermögen des Hauses Hannover verwaltet – unter anderem in der Herzog-von-Cumberland-Stiftung. Der Welfenchef hat den Liechtensteiner bereits wegen Untreue, Betrug und Bilanzfälschung bei der Staatsanwaltschaft Vaduz angezeigt. Der Vorwurf: Prinz Michael soll Geld aus der Stiftung veruntreut haben. Zudem soll er zusammen mit Ernst August junior den Senior als Vorstandschef der Cumberland-Stiftung abgesetzt haben. Michael stehe einer Einigung zwischen Vater und Sohn im Weg, hieß es – eine Behauptung, die der Junior jedoch zurückweist.

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Der Streit im Haus Hannover schwelt seit Jahren, hat sich aber offenbar wegen der Marienburg noch einmal verschärft. Der Senior will einen Verkauf des Stammsitzes an das Land Niedersachsen unbedingt verhindern. Ernst August hat die Schenkung an seinen Sohn aus dem Jahr 2004 wegen groben Undanks widerrufen. Seine Anwälte begründen in einem 32-seitigen Schreiben an Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU), warum das Schloss und die anderen Besitzungen der Welfen in Deutschland jetzt wieder dem Vater gehören.

Kauf liegt auf Eis

Die Landesregierung hat den geplanten Kauf durch eine Tochter der Klosterkammer wegen des Einspruchs vorerst auf Eis gelegt. In der rot-schwarzen Koalition wurde in den vergangenen Wochen immer wieder geraunt, dass der Plan, die Marienburg für einen symbolischen Euro zu kaufen und für 27 Millionen Euro Steuergeld zu sanieren, damit erledigt sei.

CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer bezog am Freitag klar Position: Man wisse nicht, wem die Marienburg wirklich gehöre. „Solange die Rechtslage nicht geklärt ist, kann das Land Niedersachsen diese nicht erwerben – und wird es auch nicht“, sagte Toepffer, „jedenfalls nicht mit Zustimmung dieser CDU-Landtagsfraktion. Das machen wir nicht mit.“ Folglich müsse eine andere Lösung für das denkmalgeschützte Gebäude gefunden werden.

Von Marco Seng und Simon Benne

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