Geplantes Joint Venture

Volkswagen Nutzfahrzeuge will den chinesischen Markt erobern

Ein Bulli für China: Volkswagen Nutzfahrzeuge will eine Variante des Multivan dort produzieren lassen

Ein Bulli für China: Volkswagen Nutzfahrzeuge will eine Variante des Multivan dort produzieren lassen

Hannover. Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) drängt auf den größten Automarkt der Welt. Die hannoversche Marke will zwei ihrer Modelle bald auch in China produzieren lassen. "Wir glauben, dass die Zeit für uns jetzt reif ist, in China durchzustarten und die Angebotspalette des Konzerns um Nutzfahrzeuge zu ergänzen", sagte VWN-Vorstand Jörn Hasenfuß im Interview mit der HAZ.

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Eine Fertigung in China wäre ein großer Schritt für Hannovers größten Arbeitgeber. Die Schwestermarke VW Pkw produziert dort bereits seit Jahrzehnten und verkauft dort mittlerweile mehr Autos als in allen anderen Märkten zusammen. VWN hingegen exportiert bislang nur wenige Tausend Multivans pro Jahr nach China. Durch Produktion vor Ort könne man die Fahrzeuge deutlich günstiger anbieten, erklärte Hasenfuß.

Überlegung: Chinesische Modelle mit VW-Logo

VWN strebt ein Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller JAC für gemeinsame Entwicklung und Vertrieb an. „Am Anfang wollen wir zwei unserer Fahrzeuge sowie zwei Fahrzeuge von JAC optimieren“, sagte Hasenfuß. „Wir übernehmen nun erstmals chinesische Modelle, optimieren sie und können uns auch vorstellen, sie mit VW-Logo zu verkaufen.“ Das wäre eine neue Strategie: Bislang haben europäische Marken stets nur ihre europäischen Modelle leicht abgewandelt in China verkauft.

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Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer bezeichnete die Überlegung, chinesische Modelle mit dem VW-Logo auszustatten, als „tragfähig“. „Die Chinesen sind nicht mehr die Chinesen von vor zehn Jahren, sondern hochmoderne Unternehmen, die Standards setzen“, sagte er. Er könne sich auch den Export solcher Modelle nach Deutschland vorstellen. Insbesondere bei Elektrofahrzeugen wäre das „nicht uncharmant“.

VWN zufolge soll JAC die Produktion als Lizenzfertiger komplett übernehmen. „Wir wollen bei den Investitionen sehr vorsichtig sein und größere Einmalaufwendungen vermeiden“, sagte Hasenfuß. Konkrete Summen nannte er nicht. Auch zu den geplanten Stückzahlen machte er keine Angaben. Beginnen könnte die Fertigung 2020 oder 2021.

Von Christian Wölbert

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