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Kommentar

VW muss verstehen: WLTP ist mehr als Bürokratie

Volkswagen hat mit den neuen WLTP-Tests zu kämpfen.

Volkswagen hat mit den neuen WLTP-Tests zu kämpfen.

Hannover.Das kryptisch klingende Kürzel WLTP kennt in Wolfsburg längst jeder. Es steht bei VW für einen voraussichtlich sehr teuren und sehr peinlichen Herbst 2018. Der Autobauer muss wegen fehlender Abgas-Zertifikate die Produktion umorganisieren, Parkplätze anmieten, Kunden vertrösten. Viele werden wohl woanders kaufen, statt monatelang auf ihr Wunschauto zu warten.

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Zur Erklärung verweist VW gern auf die Bürokratie. Der Prüfaufwand sei durch WLTP drei- bis viermal so hoch wie bisher, sagte Konzernchef Herbert Diess im Juni. Auch an der kurzen Umstellungsfrist stört man sich. Zwischen den Zeilen soll wohl durchklingen, dass die Bürokraten in Brüssel es mal wieder übertrieben haben und Arbeitsplätze in der wichtigsten deutschen Industrie grundlos aufs Spiel setzen.

Es geht allerdings um viel mehr als um Papierkram. Die neuen Abgastests sorgen für realistischere Angaben bei Schadstoffen und Spritverbrauch. Dieser Schritt war überfällig. Nicht nur aus Sicht der Kunden, auch aus Sicht der Autoindustrie, die Glaubwürdigkeit zurückgewinnen muss. Um realistischere Testergebnisse zu erhalten, muss man naturgemäß auch mehr Messungen mit mehr Motorvarianten durchführen – der Mehraufwand ist also keineswegs nur Schikane.

Außerdem meistern Daimler und BMW den Kraftakt WLTP wesentlich besser als VW. Das liegt auch daran, dass VW deutlich mehr Modelle im Programm hat. Und auch daran, dass die Ingenieure und Tester bei VW durch den Dieselskandal ohnehin seit Langem ausgelastet sind. Daraus muss VW nun die richtigen Lehren ziehen und sich auf die nächsten Hürden besser vorbereiten.

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Von Christian Wölbert

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