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Interview

Wer hat das Zeug zum Merkel-Nachfolger, Herr Kuban?

Tilman Kuban, Landesvorsitzender der Jungen Union

Tilman Kuban, Landesvorsitzender der Jungen Union

Hannover.Die Junge Union (JU) Niedersachsen feiert am Sonnabend ihr 50-jähriges Bestehen in der HDI-Arena in Hannover. Zum Festakt erwartet der CDU-Nachwuchs prominente Gäste, die ihre politische Karriere in der JU in Niedersachsen begonnen haben: unter anderem Ex-Bundespräsident Christian Wulff, der Europa-Abgeordnete David McAllister oder die Büroleiterin der Bundeskanzlerin, Beate Baumann.

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Herr Kuban, die Junge Union wird 50. Ist sie nicht ganz schön alt geworden?

Das ist ja das Motto: So jung kommen wir nicht mehr zusammen. Ich glaube, dass die Junge Union eigentlich 50 Jahre jung geblieben ist, weil sie sich stets erneuert. Bei uns gibt es eine ständige Fluktuation beim Personal und damit auch neue Ideen. Das zeichnet uns gegenüber der CDU aus. In der Jungen Union ist man nur vier bis fünf Jahre Vorsitzender und nicht 15 Jahre. Da fragt man sich ja manchmal, wo die neuen Ideen noch herkommen sollen.

Warum hört man so wenig von der Jungen Union in Niedersachsen? Sind Sie zu brav?

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Nein. Ich glaube, dass wir uns in den Koalitionsverhandlungen und danach deutlich geäußert haben. Aber wir wissen, wann es Zeit ist, Verantwortung zu übernehmen und wann man sich als Jugendorganisation nicht nur selbst profilieren sollte. Natürlich hätte die Junge Union eine No-Groko-Kampagne machen können. Aber was haben wir davon? Wir wollen am Ende gestalten und Dinge durchsetzen. Digitalisierung und Schuldenbremse sind Themen, die uns seit Jahren umtreiben. Wir sind froh, dass die CDU wieder in der Regierung ist.

Die Jungsozialisten demonstrieren beim Polizeigesetz gegen ihre Mutterpartei SPD ...

Mit dem Polizei- und Ordnungsgesetz sind wir sehr zufrieden, weil wir glauben, dass es wichtig ist, in Niedersachsen für mehr Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Wir sollten die Sicherheitsbehörden so ausstatten, dass sie uns bestmöglich schützen können und beispielsweise auch junge Menschen nachts sicher nach Hause kommen. Es gibt Punkte, wo wir durchaus auch protestieren. Bei den Vertretungslehrern haben wir ja deutlich Position bezogen. Angesichts des großen Lehrermangels kann es nicht sein, dass wir die Leute im Sommer in die Arbeitslosigkeit schicken.

Macht Bernd Althusmann einen guten Job?

Ich finde, er macht einen guten Job als Landesvorsitzender. Er hält den Laden gut zusammen. Die CDU ist geschlossen und tritt geschlossen auf. Als Wirtschaftsminister muss er sich natürlich zunächst mal einarbeiten. Dabei führt er ein riesiges Haus. Der Masterplan Digitalisierung ist jetzt ein richtig gelungener Aufschlag. Auch in der Verkehrspolitik hat er schon Akzente gesetzt. Von daher glaube ich, dass er sich in diese Rolle reinfuchsen wird.

Was wäre denn Ihre Lieblingskoalition nach der nächsten Landtagswahl?

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Ich habe da eine klare Präferenz und glaube, dass CDU und FDP gut zusammen passen. Ob das realistisch sein wird in einem größer gewordenen Parteiensystem, weiß ich nicht.

Wie wäre es mit der AfD oder den Linken?

Auf gar keinen Fall.

Wen sehen Sie als Nachfolger von Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel?

Das ist eine schwierige Frage. Die CDU ist besser aufgestellt als die SPD, weil wir verschiedene junge Köpfe haben, die es könnten: Jens Spahn, Annergret Kramp-Karrenbauer, David McAllister, Julia Klöckner. Wir werden in den nächsten zwei bis drei Jahren sehen, wer sich da herauskristallisiert und bereit ist, bei der Bundestagswahl 2021 anzutreten. Ob die Kanzlerin den Parteivorsitz vor dem Ende der Legislaturperiode abgibt, muss man schauen.

Warum wollen Sie für das Europaparlament kandidieren und nicht für den Land- oder den Bundestag?

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Ich habe mir die Parlamente in Hannover, Berlin und Brüssel angesehen und finde, dass die Musik in den nächsten Jahren deutlich mehr bei der EU spielen wird. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Europa in vielen Bereichen enger zusammenarbeiten müssen. Und ich sehe es als meine Aufgabe an, dass auch mal ein paar jüngere Ideen nach Brüssel kommen.

Von Marco Seng

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