Unglück bei Buxtehude

Wer ist schuld am Busunfall mit Metronom?

Feuerwehrmänner stehen am 16.09.2015 in Hedendorf an einem Bahnübergang, wo es zu einem Zusammenstoß zwischen einem liegen gebliebenen Schulbus und einem Zug gekommen war. Der Busfahrerin gelang es noch vor dem Unfall die etwa 60 Schulkinder rechtzeitig aus dem Bus zu schicken. Foto: Björn Vasel/Stader Tageblatt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Feuerwehrmänner stehen am 16.09.2015 in Hedendorf an einem Bahnübergang, wo es zu einem Zusammenstoß zwischen einem liegen gebliebenen Schulbus und einem Zug gekommen war. Der Busfahrerin gelang es noch vor dem Unfall die etwa 60 Schulkinder rechtzeitig aus dem Bus zu schicken. Foto: Björn Vasel/Stader Tageblatt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Stade. Einen Tag nachdem bei Buxtehude ein Metronom mit einem Schulbus kollidierte, versuchen die Ermittler zu klären, was sich genau am Bahnübergang abspielte. Dabei tun sich Widersprüche auf: So unterscheiden sich die Aussagen von Schülern von denen der Busfahrerin, die am Mittwoch für ihre schnelle Reaktion gelobt worden war.

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Ein 16 Jahre altes Mädchen schilderte in einem Bericht des „Tageblatt“, die Fahrerin habe alle Türen des Busses erst geöffnet, nachdem Schüler lautstark vor dem herannahenden Zug gewarnt hatten. Die Busfahrerin habe zuvor außerhalb des Fahrzeugs telefoniert. „Machen Sie endlich alle Türen auf“, soll ein Junge in dem Bus der 23-Jährigen zugerufen haben. Dann habe die Fahrerin den Kindern aus dem Bus geholfen. Die hintere Tür sei aber erst aufgegangen, nachdem die Schüler „dagegen geballert haben“, so das Mädchen in dem Bericht. Sie beschreibt auch, dass es bereits am Montag Probleme mit einem Bus am Bahnübergang gegeben haben soll.

Wie das Busunternehmen dagegen am Donnerstag mitteilte, habe die 23-Jährige Fahrerin mit der Leitstelle telefoniert und diese über die Situation informiert, während sie sich im Bus befand. Die Türen habe sie geöffnet, als einer der Schüler durch Rufe auf den herannahenden Zug aufmerksam machte. Das Unternehmen wies zudem zurück, dass es bereits zuvor Probleme an dem Bahnübergang gegeben hatte. „Wir fahren die Umleitung nicht zum ersten Mal“, sagte Sprecher Michael Fastert.

Um zu klären, was genau bei dem Zusammenstoß geschah, will die Polizei die Busfahrerin, den Lokführer und die 60 Schüler befragen. Auch das Unfallfahrzeug soll untersucht werden. Ob es zu strafrechtlichen Ermittlungen kommt, ist noch offen. Auch die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes nahm Ermittlungen auf. Dabei gehe es auch darum, Sicherheitsempfehlungen zu geben, damit sich ähnliche Unfälle nicht wiederholen, sagte eine Sprecherin. Bis die Unfallursache geklärt ist, will das Unternehmen auf der Umleitungsstrecke vorerst keine Gelenkbusse einsetzen.

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Schulzentrum Süd in Buxtehude auf den Gleisen stehengeblieben. Offenbar hatte das Gelenk in der engen Kurve am Bahnübergang blockiert. Nur wenige Augenblicke, nachdem die 60 Schüler den Bus verlassen hatten, krachte ein Metronom in den hinteren Teil des Gelenkfahrzeugs. Ein Bahnfahrgast wurde verletzt, die Busfahrerin erlitt einen Schock.

Regelmäßig kommt es zu schweren Unfällen auf Bahnübergängen. Vor wenigen Tagen starben fünf junge Männer bei Bad Kreuznach, als ein Zug ihren Wagen erfasste.

Von Sabine Gurol

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