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Kommentar

Zu viele Fragen sind bei der Marienburg offen

Die Marienburg bei Pattensen.

Die Marienburg bei Pattensen.

Hannover.War es das schon? So überraschend, wie der Ankauf der ramponierten Marienburg vor noch nicht einmal zwei Wochen auf die landespolitische Bühne gehoben wurde, so schnell scheint sich die Politik von dem Projekt verabschieden zu wollen. „Auf Eis gelegt“ wegen familiärer Zwistigkeiten innerhalb der Welfen-Familie. Oder wurde der Schlossankauf erst einmal storniert, weil das Grummeln der Regierungsfraktionen gegen das merkwürdige Geschäft immer lauter wurde? Wie auch immer: Der vorübergehende Stopp ist geboten. Denn viel zu viele Fragen sind bei diesem Geschäft offen, das Wissenschaftsminister Björn Thümler hektisch über die Bühne bringen wollte.

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Ernst August Erbrinz von Hannover war schon vor Jahren bei der Staatskanzlei vorstellig geworden und hatte um (öffentliche) Hilfe für den Erhalt der Marienburg gebeten. Die Politik wählte den Weg des Hinterzimmers, um den Wunsch des Prinzen zu erfüllen und einen Verkauf oder Verfall des Schlosses zu verhindern. Ministerpräsident Stephan Weil, der sich derzeit in bemerkenswerter Weise in Schweigen hüllt, gab die Sache an seinen Wissenschaftsminister Björn Thümler weiter, an einen CDU-Mann. Der fühlte sich offenbar geschmeichelt, eine so delikate Sache zu übernehmen, und kontaktierte die Klosterkammer, die vom ehemaligen CDU-Abgeordneten Hans-Christian Biallas geführt wird. Gemeinsam mit anderen Herren wurde der Plan entwickelt, über eine Tochter der Klosterkammer das Kind zu schaukeln, das jetzt in den Brunnen zu fallen droht.

Denn simpelste Grundvoraussetzungen fehlen. Etwa ein unabhängiges Wertgutachten über das neugotische Schloss. Auch ist nicht geklärt, wie die vielen Millionen Euro verwendet wurden, die die Welfen aus dem Verkauf von Kulturschätzen gezogen haben, die sie als die ihrigen betrachteten.

Vielleicht ist es ja zumindest einmal ein Glück, dass Ernst-August junior einen so merkwürdigen Vater hat. Glück für die öffentliche Hand, die von einem fragwürdigen Projekt befreit wird. Vielleicht sollte Ernst August junior das Schloss einem privaten Investor andienen, der es wirklich zu einem „Neuschwanstein des Nordens“ macht.

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Von Michael B. Berger

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