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Raus aus der schillernden Social-Welt

Alternative zu Instagram und Co.: Wie real ist BeReal wirklich?

Die App BeReal will eigenen Angaben zufolge besonders authentische Bilder liefern.

Viele soziale Medien haben den Ruf, zu oberflächlich zu sein, nur eine erlesene Auswahl des eigenen Lebens abzubilden und gerade junge Menschen so negativ zu beeinflussen. Wem die Fotos und Videos von strahlenden Menschen, protzigen Autos und angeberischen Urlaubsreisen bei Facebook, Tiktok oder Instagram auch auf den Geist gehen, der ist bei der französischen App BeReal vielleicht besser aufgehoben. Die will nämlich besonders authentisch sein und nach eigenen Angaben „nicht noch eine Social-Media-Plattform“ darstellen.

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Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum Instagram eigentlich so beliebt ist? Die ursprüngliche Idee hinter der App war wohl einmal, Schnappschüsse aus dem Leben von Freundinnen, Freunden, Familienangehörigen und anderen zu sehen. Was aus den Schnappschüssen geworden ist: retuschierte Fotos, die in Hochglanzmagazinen erscheinen könnten. So sehr uns die Fake-Fotos auch ärgern, so süchtig kann einen das Swipen in der App auch machen. Eine neue Alternative will nun BeReal bieten. Bei der App geht es zwar auch darum, Fotos hochzuladen. Anders als bei Instagram entsteht aber nicht in mühevoller Kleinstarbeit ein bis zur Unkenntlichkeit bearbeitetes Foto. Die App entscheidet selbst, wann Nutzerinnen und Nutzer ein Foto hochladen sollen. Ein Testbesuch.

BeReal: Foto-Aufforderung kann jederzeit kommen

Irgendwann (nicht zwingend während der Nutzung der App) ploppt ein Fenster mit der Aufforderung auf, ein Foto aufzunehmen und zu verschicken. Damit soll offenbar die Authentizität des Fotos gewährleistet werden, denn viel Zeit bleibt einem nicht. Cool: Alle Nutzerinnen und Nutzer erhalten die Aufforderung gleichzeitig. Statt etlicher Pop-ups wirbt die App damit, lediglich eine Benachrichtigung am Tag zu senden – mit der Aufforderung, das Foto zu schießen und innerhalb von zwei Minuten zu verschicken.

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Wer sich die App herunterlädt, wird erst einmal gebeten, seinen vollständigen Namen, seinen Geburtstag und seine Telefonnummer anzugeben. Mit einem Code, der einem per SMS geschickt wird, verifiziert man dann seinen Account. Dann lässt sich ein Benutzername kreieren. Im nächsten Schritt fragt BeReal, ob die App auf die auf dem Smartphone gespeicherten Kontakte zugreifen darf – bis hierhin lässt sich kein Unterschied zu Instagram, Facebook und Co. erkennen. Wer dann zum nächsten Schritt weiterklickt, wird gebeten, Benachrichtigungen zu aktivieren, und zwar um eine Mitteilung zu erhalten, wann es „Zeit für ein BeReal“ ist – wann also das tägliche Foto aufgenommen werden soll.

Das BeReal lässt sich per Mail oder SMS teilen.

Das BeReal lässt sich per Mail oder SMS teilen.

BeReal: Zwei Minuten Zeit fürs Foto

Auf der Profilseite bei BeReal kann man die eigenen geposteten Fotos sehen, es werden einem Freundschaftsanfragen und die Kontakte angezeigt. Über „Freunde hinzufügen“ kann man dann entweder einen bekannten Benutzernamen über eine Suchfunktion eingeben oder Freunde aus der eigenen Kontaktliste des Smartphones zu BeReal einladen.

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Irgendwann wird man dann aufgefordert, das BeReal des Tages zu schießen. Für das Aufnehmen des Fotos hat man zwei Minuten Zeit. Tricky: Mit der Rückkamera nimmt man den gewünschten Schnappschuss auf, die Frontkamera macht von der Userin oder dem User beim Fotografieren ein Foto, welches als Miniaturbild ins eigentliche Foto eingefügt wird. Wer schnell ist, kann das Foto auch noch einmal neu machen, die zwei Minuten laufen im Hintergrund ab. Beim nächsten Schritt hat man dann die Möglichkeit, dem BeReal noch eine Beschreibung hinzuzufügen – mit dem Klick auf „Senden“ sehen alle Freunde das Foto für 24 Stunden. Freunde können das Foto dann kommentieren oder mit einem „RealMoji“ versehen – einem Foto, das die Reaktion auf das Bild zeigen soll.

BeReals aus aller Welt anschauen

Das BeReal lässt sich dann per Messenger, Mail, SMS oder auf anderen sozialen Medien teilen – wer mag, kann noch seinen Standort hinzufügen. Wer noch keine Freunde hat, zumindest in der App – oder auf Entdeckungsreise gehen will –, hat durch die Discovery-Funktion die Möglichkeit, sich die BeReals von Menschen aus aller Welt anzuschauen.

Welches BeReal nicht spontan geschossen wird, erhält den Zusatz „late“.

Welches BeReal nicht spontan geschossen wird, erhält den Zusatz „late“.

Natürlich lassen sich auch Fotos auf BeReal posten, die nicht spontan geknipst wurden - das Foto erscheint aber dann mit dem Zusatz „late“. Andere Nutzende wissen also genau, dass das Foto vielleicht nicht ganz so „real“ ist.

Ist BeReal eine wirkliche Alternative?

Wer Fotos von anderen Nutzerinnen und Nutzern anschauen möchte, muss dazu auch Fotos posten – die App passiv zu nutzen ist demnach kaum möglich. Auch wenn es durchaus die Möglichkeit gibt, das Foto des Tages noch einmal zu schießen, wenn es einem nicht gefallen sollte, fällt das Bearbeiten des Fotos allein wegen der App-Einstellungen weg. Da man außerdem nicht genau weiß, wann die App einen dazu auffordert, das BeReal zu schießen, lässt sich auch schwerlich ein Schnappschuss vorbereiten. Pech: Die Aufforderung könnte auch kommen, wenn man gerade in einem wichtigen Meeting, auf dem Klo oder im Bett ist. Manchmal bleibt einem dann also nichts anderes übrig, als sein Bild des Tages „late“ zu versenden.

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Auch wenn die App in erster Linie dafür entwickelt zu sein scheint, Schnappschüsse von Freunden anzuschauen, lassen sich durch die Discovery-Funktion ebenso Fotos von anderen Menschen sehen. Ob das auch den Suchtfaktor wie bei Instagram und Co. bedient, ist aber fraglich. Denn gerade das Aufregen über den einen Influencer oder die andere Influencerin hält einen ja oft in der Anwendung. Wer aber daran interessiert ist, bei seinen Freunden auf dem Laufenden zu bleiben, kann in BeReal eine echte Alternative finden.

BeReal ist in Deutschland noch wenig bekannt

Fotos, die auch mal verwackelt oder überbelichtet sind und auf denen unabgespültes Geschirr im Hintergrund zu sehen ist, können nicht nur erfrischend sein. Sie können uns auch zeigen, dass die wenigsten Gesichter morgens um fünf schon perfekt geschminkt sind und Männer selten ohne einen Tropfen Schweiß auf der Stirn aus dem Fitnessstudio kommen. Und ja: Auch im Urlaub darf man sich mal streiten.

Wer jetzt euphorisch sein Smartphone aus der Tasche kramt, sollte aber nicht allzu enttäuscht sein: Die App ist bislang vor allem in Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA beliebt und in Deutschland eher spärlich verbreitet (Anmerkung: Im Testbesuch konnte die Autorin nur einen Kontakt bei BeReal wiederfinden). Aber auch Instagram hat einmal klein angefangen, oder?

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BeReal wurde bereits im Jahr 2020 in Paris von Alexis Barreyat entwickelt, einem ehemaligen Videoproduzenten von GoPro (US-amerikanischer Hersteller von Action-Camcordern). Anfang April dieses Jahres wurde die App rund 7,4 Millionen Mal heruntergeladen – sie ist kostenfrei in den App-Stores verfügbar.

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