Auflagen für App-Anbieter: Apple-Nutzer sollen mehr Kontrolle über eigene Daten erhalten

Apple verschärft zum Tag des Datenschutzes die Bedingungen für App-Anbieter und verschafft Usern mehr Kontrolle über die eigenen Daten. Dafür gibt es auch ein eigenes Logo: Privacy – was auf Englisch gleichermaßen Privatsphäre und Datenschutz heißt.

Apple verschärft zum Tag des Datenschutzes die Bedingungen für App-Anbieter und verschafft Usern mehr Kontrolle über die eigenen Daten. Dafür gibt es auch ein eigenes Logo: Privacy – was auf Englisch gleichermaßen Privatsphäre und Datenschutz heißt.

Zum heutigen Datenschutztag stellt Apple seinen Nutzern „A Day in the Life of Your Data“ vor. Dieser „Tag im Leben deiner Daten“ ist ein als Geschichte aufbereitetes Protokoll über den Weg der eigenen Daten. Auf leicht verständliche Art und Weise soll man so als Konsument lernen, wie Unternehmen Nutzerdaten über Websites und Apps hinweg verfolgen. Gezeigt wird auch, wie die Datenschutzfunktionen in den Produkten von Apple den Nutzern mehr Transparenz und Kontrolle geben. Die Funktionen geben den Nutzern die Werkzeuge und das Wissen an die Hand, um ihre persönlichen Daten zu schützen.

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Anhand eines fiktiven Tages von John und seiner siebenjährigen Tochter Emma auf dem Spielplatz schildert „A Day in the Life of Your Data“ Usern, wie Drittanbieter ihre Daten über Apps und Websites hinweg verfolgen. Zudem wird auf leicht verständliche Weise erklärt, wie weit verbreitet einige dieser Praktiken mittlerweile sind. Im Durchschnitt enthalten Apps sechs „Tracker“ von anderen Unternehmen, so Apple, deren einziger Zweck es sei, Menschen und ihre persönlichen Daten zu sammeln und zu verfolgen. Die von diesen Trackern gesammelten Daten werden zusammengefügt, geteilt und zu Geld gemacht. Der Wert dieser Daten wird auf jährlich 227 Milliarden US-Dollar beziffert.

Datenverfolgung – erklärt anhand eines Selfies

Ein drastisches Beispiel aus dem Tag von Emma und ihrem Vater ist das Selfie, das die beiden aufnehmen wollen. „Später auf dem Spielplatz machen John und Emma ein Selfie. Sie nutzen eine Fotofilter-App, um Hasenohren in das Bild zu montieren. Die Filter-App ist allerdings in der Lage, Zugriff auf sämtliche Bilder und deren Metadaten auf dem Smartphone zu kriegen – nicht nur von dem Spielplatzselfie. John postet das Bild auf einer Social-Media-Plattform. Die App verbindet Johns derzeitige Onlineaktivität mit einem Haufen von Daten, die andere Apps gesammelt haben – wie etwa demographische Informationen, Konsumgewohnheiten mittels E-Mail-Adressen, Telefonnummer oder intelligenten Anzeigenfiltern, die herauslesen können, was für Werbung man angeklickt hat.“

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„A Day in the Life of Your Data“ (bisher nur auf Englisch) stellt auch Apples neue Datenschutzfeatures vor, die ab der kommenden Betaversion von iOS 14, iPadOS 14 und tvOS 14 verfügbar sein werden. Dabei sind aus Usersicht zwei Änderungen entscheidend. Ab der nächsten Betaversion müssen alle Apps im App Store auf den Produktseiten erläutern, wie die Daten des Nutzers verwendet werden – inklusive der Informationen, ob die Daten getrackt werden. Die zweite Änderung führt noch weiter: Jeder User kann künftig individuell entscheiden, ob seine Daten verfolgt werden dürfen. Dazu müssen die Apps die Erlaubnis zum Tracken einholen.

Demnächst können Nutzer von Apple-Geräten bei jeder einzelnen App entscheiden, ob sie das Verfolgen von Daten erlauben wollen. Die Funktionen der App dürfen nicht von der Entscheidung des Users eingeschränkt werden.

Demnächst können Nutzer von Apple-Geräten bei jeder einzelnen App entscheiden, ob sie das Verfolgen von Daten erlauben wollen. Die Funktionen der App dürfen nicht von der Entscheidung des Users eingeschränkt werden.

Dabei kann man sowohl der einzelnen App das Tracken verbieten wie auch generell per Systemeinstellung den Prozess der Hintergrundverfolgung komplett deaktivieren. Die Apps müssen, unabhängig von der Entscheidung des Nutzers, dennoch ihre volle Funktionsfähigkeit gewährleisten, sonst kommen sie künftig nicht mehr in den App Store.

Neue Regeln gelten auch für Clubhouse

Diese Regeln werden auch für eine neue App gelten, die in Deutschland derzeit für viel Hype sorgt: Clubhouse. Auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschlands räumte Apple ein, die App in ihren Datenschutzteams in den USA zwar bis jetzt noch nicht auf dem Schirm gehabt zu haben. Das werde sich aber ändern, und Clubhouse werde sehr schnell seine User fragen müssen, ob sie mit der Verfolgung ihrer Daten einverstanden seien – und das auf einem Extrascreen, der die Erlaubnis des Users zur Datensammlung abfrage. Zudem müssten die Entwickler die Datenschutzinformationen im App Store offenlegen.

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Clubhouse, mit dem sich Gruppengespräche zu unterschiedlichsten Themen organisieren lassen, wurde gerade erst von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VDZV) abgemahnt, wie Verbandschef Klaus Müller auf Twitter mitteilte.

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Apple versicherte, dass man ein Auge auf Clubhouse haben werde. Wenn Clubhouse die Datenschutz-Grundverordnung verletze, werde sie im Zweifelsfall auch aus dem App Store entfernt.

In den USA haben die neuen Apple-Maßnahmen bei Datenschützern bereits für positive Reaktionen gesorgt. So sagte Michelle Richardson vom Center for Democracy an Technology: „Viel zu häufig sind Nutzer ohne ihr Wissen Teilnehmer in einem Netz von Datenverfolgung und -targeting. Diese Änderungen werden dazu beitragen, das Ökosystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen, indem Datenerfassung und -weitergabe transparenter sein werden und Tracking nicht mehr der Standard. Systemische Änderungen dieses Ausmaßes sind ein großer Fortschritt für alle Verbraucher.“

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