Gaming-Laptop im Switch-Kostüm

Steam Deck im Test: Leistungsstarkes Handheld mit einigen Macken

Das Steam Deck ist technisch auch fit für neue Spiele.

Wer je versucht hat, eine Playstation 5 anzuheben, der weiß: Spielekisten sind schwer. Und wer sowohl Spielekisten als auch Straßenbahnen regelmäßig nutzt, hat sich wahrscheinlich schon einmal gewünscht, dass das eine im anderen möglich ist: unterwegs zu sein und nicht nur Handyspiele zu daddeln, sondern anspruchsvolle Videospielunterhaltung.

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Dieser Traum ging 2017 in Erfüllung, als die Nintendo Switch erschien. Sie ist eine Spielekonsole mit abgespeckter Leistung, dafür leicht und transportabel. Sie spielt dieselben Spiele auf dem großen Fernseher daheim oder auf dem eingebauten Bildschirm unterwegs.

Wo bleibt eigentlich die Konkurrenz?

Der anhaltende Erfolg der Switch wirft Fragen auf. Wo bleibt eigentlich die Konkurrenz? Wann erscheint ein würdiger Nachfolger? Lange blieben die Fragen unbeantwortet. Die Switch wird in puncto Rechenleistung zwar nicht nur von Heimkonsolen, sondern längst auch von Handys überrundet, aber bei der Spieleauswahl und dem Hardwaredesign macht Nintendo niemand etwas vor.

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Von der Form her ähneln sich das größere
Steam Deck und die Switch.

Von der Form her ähneln sich das größere Steam Deck und die Switch.

Doch seit diesem Frühjahr gibt es das Steam Deck, den Handheld des Unternehmens Valve. Wer PC-Spiele im Steam Store gekauft hat, kann sie jetzt nicht nur auf dem heimischen PC, sondern auch auf dem Steam Deck spielen. Das einfachste Deck kostet 419 Euro, das deutlich besser ausgestattete Topmodell 679 Euro. Das bisher nur online bei Valve bestellbare Deck ist laufend ausverkauft. Wer jetzt vorbestellt, wird auf das dritte Quartal 2022 vertröstet.

Das Gerät kopiert die Form der Switch, hat aber kein beigepacktes Dock für den TV-Anschluss und keine abnehmbaren Gamepads an den Seiten. Die Switch ist ein Formwandler für verschiedene Spielsituationen, das Steam Deck ist einfach nur ein Handheld. Dafür hat es mehr Knöpfe und zwei Touchpads.

In Natura wirkt das wuchtige ­Steam Deck wie ein Gaming-Laptop, der sich als Switch verkleidet hat. Es ist im Vergleich zu Nintendos Handheld-Hit größer, schwerer, der Lüfter röhrt lauter. Viele Technik-Fans stören sich daran nicht – sie richten ihr Augenmerk eher auf die gute Verarbeitung und die starke Hardwareleistung. Neue Action-Adventures wie „Elden Ring“ lassen sich problemlos auf dem Gerät spielen. Auf der Switch geht das nicht.

Das Deck hat so einige Kinderkrankheiten

Ein Problem teilen sich Deck und Switch allerdings: Große Spiele schrumpfen auf dem kleinen Bildschirm gewaltig. Auf dem PC beliebte Genres wie Strategie und Simulation laufen hier in der Regel flüssig, haben dann aber mitunter schwer zu entziffernde Menütexte. Und an vielen Ecken zeigt das Steam Deck noch die Unzulänglichkeiten eines Pioniers wie Abstürze, schlecht ins Deutsche übersetzte Menüs und kleine Hänger. Laufend erscheinen neue Software-Updates. Zudem spiegelt der Bildschirm.

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Wer also über ein Deck nachdenkt, der sollte sich die bekannten Nachteile der Hardware anschauen – und idealerweise schon das USB-C-Dock mit Tastatur bereitlegen, um in der Desktop-Umgebung des vorinstallierten Linux-Systems Kniffe einzurichten, die im Reddit-Forum kursieren. Wer schon diese Erklärung zu kryptisch findet, wer einfach nur spielen will, der hat wahrscheinlich auch weniger Freude an einem Steam Deck. Wer dagegen gerne bastelt, der kann durchaus über das schwer lieferbare Gerät nachdenken.

Allerdings gibt es auch Geräte, die schneller geliefert werden als frühestens Oktober. Je nach Modell kostet Nintendos Switch 280 bis 350 Euro; viele Indie-Spiele-Hits vom PC sind längst auch hier erhältlich. Wer vor allem in Zügen und Hotelzimmern PC-Spiele genießen möchte, der sollte auch Gaming-Laptops in den Vergleich holen. Die sind teurer, aber auch vielseitiger als ein Steam Deck. Die Preise starten je nach Ausstattung bei knappen 1000 Euro.

Jobs in der Gamingbranche – von wegen Traumberuf?

Der Gamingbranche geht es derzeit wirtschaftlich immer besser, viele junge Menschen träumen von einem Job in der Sparte. Ein Experte warnt aber, dass die Jobs „weder stabil noch gut bezahlt“ seien. Und immer wieder hört man von Diskriminierung und sexueller Belästigung.

Kleinere Hersteller drängen auf den Markt

Im Windschatten des Steam Decks sind auch eine Reihe kleinerer Hersteller auf den Markt gedrängt. Grundsätzlich packen die chinesischen Hersteller Aya und One robuste Leistung in kleine Gehäuse. Sie kosten allerdings deutlich mehr, als das Steam Deck. Laptop-Spezialist One hat sich schon länger mit sogenannten Netbooks einen Namen gemacht, die überraschend viel Performance trotz kleinster Bauformen bieten. Ähnlich sollen auch der OneXplayer und der kompaktere OneXPlayer Mini punkten. Verfügbarkeit und Lieferzeiten sind jedoch oft problematisch.

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Aya will in diesem Jahr mit gleich drei Modellen sowohl Steam Deck als auch Switch angreifen. Neben Aya Neo 2 und Neo Slide kommt auch das Neo Air, das genug Leistung für PC-Indie-Spiele in einem besonders kleinen Gehäuse bieten will – vergleichbar mit Nintendos Switch Lite. Günstiger soll das Air ebenfalls werden, doch bei den bisher meist vierstelligen Preisen wird es wohl kaum zum Schnäppchen.

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