Gold to go

Erste Goldautomaten in Deutschland installiert

Bundesweit sieben Goldautomaten nahmen vor wenigen Tagen ihren Betrieb in Deutschland auf. Ob die Bundesbürger darauf gewartet haben, ist nicht erforscht – eine findige Geschäftsidee ist es aber allemal. Goldkäufer in Augsburg, Essen, Metzingen, München, Nürnberg, Pforzheim und Wiesbaden können jetzt quasi im Vorbeigehen kleine Goldstücke erwerben. Die mit Blattgold vergoldeten Automaten enthalten verschiedene Goldbarren von einem Gramm Gewicht bis zu einer Unze (30,1 Gramm).

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Zusätzlich kann man bekannte Goldmünzen in verschiedenen Größen erwerben, etwa Krugerrand, Map le Leaf oder Kangaroo. „Der Goldautomat ist unsere Antwort auf die Griechenlandkrise“ erklärt Thomas Geissler, Initiator des Goldprojekts und Chef der federführenden Ex Oriente Lux AG aus Reutlingen. Gold genieße hohes Vertrauen und sei in unsicheren Zeiten ein stabiler, bleibender Wert.

Automat fordert üblichen Verkaufsaufschlag

Gold aus dem Automaten bietet nach Geisslers Ansicht viele Vorteile: „Der Golderwerb geht schnell, ist transparent und der Kunde kann das Edelmetall sofort mitnehmen.“ Zu diesem Zweck akzeptiert der Automat EC- und Kreditkarten, aber auch Bargeld bis zu 2.500 Euro. Hinzu komme ein fairer Preis, denn der Automat spart kostenträchtiges Personal. Ohne Aufpreis sind Barren und Münzen aber auch am Goldautomaten nicht zu haben.

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Der Verkaufsaufschlag orientiert sich am im Goldhandel üblichen Spread. Hier gilt: Die Spanne zwischen Ankauf- und Verkaufspreis ist umso größer, je kleiner der Golderwerb ausfällt. So kostete der 1-Gramm-Barren bei der Eröffnung des Münchner-Goldautomaten am 30. September in der Münchner DAB Bank 40 Euro. Der Einkaufspreis lag bei gut 30 Euro – ein Aufschlag von rund 30 Prozent! Bei größeren Goldeinheiten schmilzt der Spread deutlich zusammen. Beim 1-Unze-Barren beträgt die Verk aufsspanne noch etwa fünf bis sieben Prozent.

Damit Goldkäufer einen realen Preis zahlen, meldet eine Zentralstelle alle zehn Minuten den neuesten Goldspot an den Automaten. Der eingebaute Computer aktualisiert den Preis für sämtliche Produkte. Mittels Display können sich Kunden über die aktuellen Angebote informieren. Stichproben ergaben, dass der Goldautomat keine besseren Angebote macht, als beim klassischen Golderwerb in der Bankfiliale. Im Gegenteil, die Automatenpreise lagen in einigen Fällen leicht darüber. Automatenkunden umgarnen die Initiatoren mit einer schönen Geschenkverpackung und mit Echtheitszertifikaten. Außerdem geben sie eine „Geld-zurück-Garantie“. Wer den Goldkauf bereut, kann Barren und Münzen samt Quittung binnen zehn Tagen an die Zentrale zurückschicken. Ist das Siegel auf der Münztasche nicht aufgebrochen, wird der aktuelle Marktpreis erstattet.

Weltweite Expansion geplant

Ob sich die Idee durchsetzt, steht in den Sternen. Der erste Automat, den die Ex Oriente Lux AG im Frühjahr in Abu Dhabi eröffnet hat, läuft nach Geisslers Worten „bereits gut bis sehr gut“. Zwischen 40 bis 100 Goldstücke würden dort täglich gekauft, der Umsatz liege zwischen 120.000 und 300.000 Euro pro Monat. Die Investitionskosten sind allerdings nicht ohne: Rund 40.000 Euro kostet ein gepanzerter Goldautomat in der Anschaffung, hinzu kommt eine Grundbestückung mit Gold im Wert von 80.000 bis 100.000 Euro. Weitere Kosten verursachen die Erstinstallation, die zentrale Computervernetzung sowie der laufende Miet- und Wartungsaufwand.

Goldfan Geissler ist trotz der Kosten von seiner Idee überzeugt: „Der Goldautomat kommt zur richtigen Zeit.“ Ob als Wertanlage oder als repräsentatives Geschenk erworben, absehbare Preissteigerungen würden das Edelmetall immer attraktiver machen. Angestachelt durch den Erfo lg des arabischen Automaten, wollen die Betreiber ihre Expansionsstrategie zügig rings um den Globus fortsetzen.

biallo.de

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