Newsletter „Unbezahlbar“

Fast volle Gasspeicher, trotzdem keine Sicherheit

Messinstrumente zeigen den Leitungsdruck in den Rohrleitungen eines Gasspeichers an.

Messinstrumente zeigen den Leitungsdruck in den Rohrleitungen eines Gasspeichers an.

Liebe Leserinnen und Leser,

plötzlich hängt da dieser Zettel an der Tür. Man werde, informiert mich mein Energie­versorger, leider einige Arbeiten an der Fernwärme­leitung vornehmen müssen. Für mich und meine Nachbarn bedeutet das: Wenn es schlecht läuft, haben wir über anderthalb Tage kein zuverlässig warmes Wasser oder warme Heizungen.

Ich muss gestehen: Abwaschen mit kaltem Wasser, abends eine weitere Strickjacke und Wollsocken anziehen und zum Schlafen, wenn es denn sein muss, eine Wärmflasche ins Bett legen – das ist alles kein Problem. Aber schon beim Gedanken, kalt duschen zu müssen, läuft es mir eiskalt den Rücken herunter. Dafür bin ich definitiv nicht abgehärtet genug. Zumindest noch nicht.

Gas für zwei Monate

Immerhin gab es Anfang der Woche gute Nachrichten: Die deutschen Gasspeicher sind zu rund 95 Prozent gefüllt. Mengenmäßig reiche das eingespeicherte Gas für ungefähr zwei kalte Wintermonate, teilte die Bundes­netzagentur mit. Für den ganzen Winter aber – der sich durchaus bis weit in den März ziehen kann – wird das zu wenig sein. „Um eine Gasnotlage im Winter zu vermeiden, müssen zusätzlich die angestoßenen Projekte zur Erhöhung der Gasimporte realisiert werden“, so die Bundes­netzagentur. Dazu gehören zum Beispiel die Flüssiggas­terminals, die zum Jahreswechsel in Betrieb genommen werden sollen.

Wie kalt der Winter für uns wird, dazu bleiben also noch weiter viele offene Fragen. Zu meinem persönlichen Glück war aber zumindest auf meinen Energieversorger Verlass. Die kalte Dusche ist mir – erst mal – erspart geblieben.

Sie haben Anmerkungen und Fragen? Schreiben Sie uns gern an unbezahlbar@rnd.de!

Ihre Anna Schughart

Unbezahlbar

Unser Newsletter begleitet Sie mit wertvollen Tipps und Hintergründen durch Energiekrise und Inflation – immer mittwochs.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

 

Tipp der Woche

Meist zum Ende des Jahres flattert bei Mieterinnen und Mietern die Neben­kosten­­abrechnung ins Haus. Vereine und Unternehmen bieten an, die Abrechnungen zu prüfen – oft enthalten diese nämlich teure Fehler. Mit folgenden Tipps können Sie diese aber selbst prüfen und in vielen Fällen bares Geld sparen.

Wer seine Nebenkosten­abrechnung prüft, kann oft eine Menge sparen – denn viele der Abrechnungen sind falsch.

Wer seine Nebenkosten­abrechnung prüft, kann oft eine Menge sparen – denn viele der Abrechnungen sind falsch.

  • Zeitraum beachten: Die Abrechnung muss dem Mieter oder der Mieterin nämlich spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungs­­zeitraums vorliegen. Tut sie dies nicht, darf der Vermieter keine Nachzahlung mehr verlangen – so ist es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgelegt. Wer Einwände hat, sollte diese dem Vermieter laut BGB innerhalb von zwölf Monaten mitteilen.
  • Mit Vorjahr abgleichen: Wer seine Nebenkosten­­abrechnung auf den Prüfstand stellt, sollte diese am besten als Erstes mit der des Vorjahres vergleichen, empfiehlt Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund. So fallen auffällig starke Erhöhungen am schnellsten auf.
  • Auf formale Fehler überprüfen: Sind etwa Absender und Adressat richtig angegeben, und stimmt der Abrechnungs­­zeitraum? Die einzelnen Positionen und auch die Gesamt­kosten der Abrechnung müssen übersichtlich und nachvollziehbar dargestellt sein. Auch die bereits gezahlten Voraus­­zahlungen müssen in der Abrechnung aufgeführt sein. Ist dies nicht der Fall, können Mieterinnen oder Mieter eine neue, überarbeitete Nebenkosten­­abrechnung verlangen, erklärt die Stiftung Warentest.
  • Auf inhaltliche Fehler überprüfen: Enthält die Abrechnung wirklich nur Posten, die auf den Mieter oder die Mieterin umgelegt werden dürfen? Verwaltungs­­kosten oder Bank­­gebühren, aber auch Reparatur­kosten müssen nämlich nicht von Mieterinnen und Mietern getragen werden. Auch sollten Mieter und Mieterinnen unbedingt sichergehen, dass der richtige Umlage­­maßstab vom Vermieter angewendet wurde.
  • Wohnfläche nachmessen: Da für die Berechnung der Kosten, die für das ganze Haus anfallen, oft die Wohn­fläche eine Rolle spielt, empfiehlt die Stiftung Warentest, die Größe der Wohnung nachzumessen.
 

Zahlen bitte!

Auch die Hochschulkantinen ächzen unter den gestiegenen Kosten für Lebensmittel und Energie. Viele Mensen heben deshalb die Preise an, berichtet meine Kollegin Johanna Apel. In fast allen Mensen und auch Cafeterien seien die Preise um etwa 10 bis 20 Prozent erhöht worden, berichtet ihr der General­sekretär des Deutschen Studentenwerks, Matthias Anbuhl. Für viele Studierende wird das Geld also noch knapper. Zu den höheren Mensapreisen kommen gestiegene Wohnkosten und teilweise auch höhere Semester­beiträge.

 

Gut zu wissen

 

Mehr erfahren mit dem Plus

Erhalten Sie Zugriff auf tiefergehende Recherchen und exklusive Informationen: Sie können direkt in unseren Plus-Artikeln Ihr Abonnement beginnen.

 

Die gute Nachricht

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine hat die Europäische Union laut einer Studie so viel Strom aus Wind und Sonne produziert wie noch nie. Zwischen März und September kam fast ein Viertel der Elektrizität in der EU aus Solar- und Windkraft, wie aus einer Studie der Organisationen Ember und E3G am Dienstag hervorgeht. Im vergangenen Jahr waren es demnach 21 Prozent in dem Zeitraum, verglichen mit 24 Prozent in diesem Jahr. Insgesamt kamen 345 Tera­watt­stunden aus den beiden erneuerbaren Quellen – ein Plus von 39 Tera­watt­stunden im Vergleich zu 2021. Auch Deutschland erreichte der Studie zufolge einen Rekord mit 104 Tera­watt­stunden Strom aus Sonne und Wind seit März.

 

Abonnieren Sie auch

Der Tag: Das Nachrichten-Briefing vom Redaktions­Netzwerk Deutschland. Jeden Morgen um 7 Uhr.

Klima-Check: Erhalten Sie die wichtigsten News und Hintergründe rund um den Klimawandel – jeden Freitag neu.

Hauptstadt-Radar: Persönliche Eindrücke und Hintergründe aus dem Regierungsviertel. Immer dienstags, donnerstags und samstags.

Die Pandemie und wir: Die wichtigsten Nachrichten der Woche, Erkenntnisse der Wissenschaft und Tipps für das Leben in der Krise – jeden zweiten Donnerstag.

What’s up, America? Der USA-Newsletter liefert Hintergründe zu den Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur – jeden zweiten Dienstag.

Das Stream-Team: Die besten Serien und Filmtipps für Netflix und Co. – jeden Monat neu.

Mehr aus Geld & Finanzen

 
 
 
 
 

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken