Wechselkurse

Günstiger Geldumtausch für den Urlaub

Rolf S. konnte es kaum glauben. Wenige Wochen vor der Israel-Reise hatte er seinem Sohn 400 Euro in die Hand gedrückt, um sie bei seiner Hausbank in israelische Schekel zu wechseln. Die Geschäftsstelle der Deutschen Bank in Würzburg tauschte daraufhin 402,14 Euro gegen 1480 Schekel. Zu wenig, wie Rolf S. fand. Immerhin warf der Währungsrechner des Bankenverbands im Internet für die gleiche Euro-Summe 2030 Schekel aus. Die Differenz von 550 Schekel erschien ihm zu hoch.

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Auf schriftliche Nachfrage schrieb ihm die Deutsche Bank aus Frankfurt, die Abrechnung sei zum sogenannten Sortenkurs erfolgt. „Je nach Währung ist die Beschaffung von Bargeld in dem jeweiligen Land günstiger“, heißt es in dem Schreiben. Für welche Länder dies gilt und auf welche Art das Bargeld beschafft werden sollte, geht aus der Antwort nicht hervor.

Urlauber erhalten ausländische Banknoten nie zu dem Devisenkurs, den sie aus der Zeitung kennen. Das liegt daran, dass Banken das Bargeld zunächst ankaufen und dann zu einem höheren Kurs verkaufen. Die Differenz erklärt sich aus Versand- und Versicherungskosten sowie dem Gewinninteresse des Geldhauses. „Bei der Kursgestaltung ist jeder Anbieter frei“, teilt eine Sprecherin der Reisebank auf Nachfrage mit. Hier gelte im Wesentlichen das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Faustregel: je exotischer eine Währung, desto größer die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs.

Bargeld im Gepäck: "Ohne einen Handbestand der ausländischen Währung, mit der man zumindest die Taxifahrt oder ein Essen bezahlen kann, sollte niemand ein fremdes Land betreten", rät die Reisebank-Sprecherin. Bei schwächeren Währungen wie dem ägyptischen Pfund oder dem brasilianischen Real empfehle es sich, zwischen 50 und 100 Euro umzutauschen. Für einen Urlaub in den USA könne man mit 10 Dollar Bargeldbedarf pro Tag und Person kalkulieren. "Der Umtauschbedarf hängt auch vom Bezahltyp ab, viele Menschen haben ihre Affinität zum Bargeld behalten."

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Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten, um das Geld vorab in Deutschland umzutauschen. An einigen Flughäfen konkurriert etwa die Reisebank mit dem Fremdwährungsanbieter Travelex und anderen Wechselstuben. Urlauber müssen ihr Geld also nicht zwangsläufig in einer Filiale ihrer Hausbank umtauschen, wie es der Sohn von Rolf S. getan hat. Doch gilt es, eine Sache zu berücksichtigen: „Am Flughafen gibt ist es in der Regel immer ein eigenes Preisgefüge, dort kostet ja auch ein belegtes Brötchen mehr als beim Metzger in der Kleinstadt“, sagt die Reisebank-Sprecherin.

Geldbeschaffung vor Ort: Der Handbestand hält meist nicht länger als einige Stunden vor. Da stellt sich die Frage, wo der Rest des benötigten Geldes beschafft werden soll. Die Nord/LB rät Reisenden dazu, ihre Bankkarten ins Ausland mitzunehmen. Mit einer Debitkarte – der früheren ec-Karte – könne einfach und verhältnismäßig günstig Bargeld abgehoben und stellenweise auch bezahlt werden. Häufig akzeptierten Händler vor Ort wie Hotels oder Autovermietungen aber nur Kreditkarten, deren Einsatz mit hohen Gebühren verbunden sein könne. In Abwägung von Geldautomaten und Wechselstuben kommt die Bank zu dem Schluss: "Häufig ist der Wechselkurs direkt an Geldautomaten vor Ort der günstigere. Das ist allerdings wieder vom Land abhängig: In der Türkei beispielsweise kann der Wechselkurs in Wechselstuben auch in Ordnung sein."

Neben Münzen, Scheinen und Karten führt mancher Urlauber auch noch Reiseschecks mit sich. Sie haben den Vorteil, dass sie gegen Verlust versichert sind. „Die Verwendung von Reiseschecks nimmt mittlerweile ab, da sie im Verhältnis zu Karten schwieriger eingesetzt werden können und ihre Akzeptanz rückläufig ist“, gibt aber eine Sprecherin der Nord/LB zu bedenken.

Rückgabe des Bargelds: Münzen aus dem Urlaubsland sind beliebte Souvenirs. Mit ein paar Geldstücken laufen Reisende auch kaum Gefahr, die eventuell geltenden Einfuhrbeschränkungen zu verletzen, welche bei An- und Abreise generell beachtet werden müssen. Deutsche Banken nehmen ausländisches Münzgeld aber normalerweise nicht wieder zurück. Die Reisebank tauscht zumindest gängige Münzen wie US-Dollar, das britische Pfund und Schweizer Franken wieder um. "Der Umtausch von Scheinen ist aber definitiv kostengünstiger", sagt die Sprecherin. Die Nord/LB empfiehlt zudem, lokales Bargeld "vor der Ausreise beispielsweise am Flughafen in Euro oder Dollar" zu tauschen.

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