Urteil der Woche

Kein Krankengeld bei verspäteter Vorlage des Attests

Das Attest sollte zügig an die Krankenkasse geschickt werden.

Das Attest sollte zügig an die Krankenkasse geschickt werden.

Detmold. Wer krank wird, hat in der Regel Anspruch auf Krankengeld. Allerdings nur, wenn Arbeitnehmer ein Attest vorlegen. Geben sie die Bescheinigung zu spät bei der Krankenkasse ab, ruht der Anspruch auf Krankengeld, befand das Sozialgericht Detmold (Az.: S 3 KR 824/16).

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Versicherte können sich jedenfalls nicht darauf verlassen, dass der Arzt die Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse meldet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Fall: Die Klägerin war ab dem 1. Juni beschäftigt. Sie erkrankte am 10. Juni und kündigte das Arbeitsverhältnis zum 30. Juni. Das Attest ging erst am 1. Juli bei der Krankenkasse ein, die wegen verspäteter Vorlage die Zahlung von Krankengeld ablehnte. Eine Lohnfortzahlung von ihrem Arbeitgeber konnte sie für die Zeit nicht beanspruchen.

Das Urteil: Das Sozialgericht wies die Klage der Frau ab. Die gesetzliche Meldepflicht obliegt dem Versicherten. Sie soll gewährleisten, dass die Krankenkasse frühzeitig über das Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit informiert wird. Versäumt der Versicherte die Meldung, verliert er seinen Anspruch.

Die Klägerin wandte zwar ein, sie habe nicht gewusst, dass sie keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung habe. Das überzeugte die Kammer jedoch nicht. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung trage den eindeutigen Hinweis: "Ausfertigung zur Vorlage bei der Krankenkasse". Insoweit hätte der Klägerin klar sein müssen, dass sie das Papier der Krankenkasse zu übersenden hat.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

dpa

Mehr aus Geld & Finanzen regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen