Erprobte und einfache Maßnahme

Intensivmediziner und Amtsärzte setzen sich für weitere Maskenpflicht ein

Das Symbol der Pandemie: Nach den Stoff- und OP-Masken gilt inzwischen in vielen Bereichen die FFP2-Maskenpflicht.

Das Symbol der Pandemie: Nach den Stoff- und OP-Masken gilt inzwischen in vielen Bereichen die FFP2-Maskenpflicht.

Essen, Berlin. Intensivmediziner und Gesundheitsämter appellieren an Bund und Länder, über den 20. März hinaus an der Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen festzuhalten. Das Tragen von Masken sei eine erprobte und einfache Maßnahme, mit der man sich und andere effektiv gegen eine Infektion schützen könne, sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Es wäre ein Fehler, dieses Mittel ohne Not aus der Hand zu geben.“

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„Dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, sollte das Tragen von Masken selbstverständlich sein“, forderte Marx. „Selbst dort, wo es nicht vorgeschrieben ist, empfehlen wir jedem, eine Maske zu tragen.“

Auch die Amtsärzte wollen an der Maskenpflicht festhalten, solange die Infektionszahlen so hoch sind wie aktuell. Zu wichtigen Schutzmaßnahmen gehöre neben Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen das Tragen von Masken überall dort, wo man keine Abstände halten könne, sagte Elke Bruns-Philipps, Vizevorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, den Funke-Zeitungen.

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Die Maskenpflicht sollte deshalb nicht nur in Bussen und Bahnen, sondern etwa auch im Einzelhandel, in Behörden und in öffentlichen Einrichtungen weiter gelten. Lockerungen seien erst verantwortbar, wenn die Zahlen wieder stabil sinken, sagte Bruns-Philipps.

Bund und Länder hatten Mitte Februar beschlossen, die Corona-Beschränkungen bis zum 20. März schrittweise weitestgehend aufzuheben. Ausnahmen sind die Maskenpflicht in bestimmten Bereichen und Schutzmaßnahmen wie Tests für besonders verletzliche Gruppen von Menschen, etwa in Krankenhäusern oder Heimen. Die Parlamente der Länder sollen nach Plänen der Ampel-Koalition aber bei Bedarf Hotspot-Gebiete bestimmen können, in denen verschärfte Regelungen gelten.

Intensivmediziner-Chef Marx reicht diese Möglichkeit nicht aus. Die jetzt geplante Reform des Infektionsschutzgesetzes gebe den Ländern zu wenig Handlungsspielraum, kritisierte er: „Jedes Land sollte im Ernstfall eine epidemische Lage feststellen und entsprechend handeln können.“ Im „Ernstfall“ müssten auch strenge Kontaktbeschränkungen und Schließungen von Schulen und Betrieben möglich sein.

RND/epd

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