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Impfung ab sechs Monaten

Moderna beantragt EU-Zulassung für Impfstoff für Kleinkinder

Der Moderna-Impfstoff soll künftig auch Kindern ab sechs Monaten verabreicht werden können. Das US-Unternehmen beantragte am Freitag die Zulassung bei der zuständigen europäischen Behörde.

Moderna hat die Zulassung seines Covid-19-Impfstoffs für Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) beantragt. Das teilte der Vakzin-Hersteller am Freitagabend mit. Erst am Donnerstag hatte das US-Unternehmen eine Notfallzulassung in den USA beantragt. Ende März meldete Moderna als erster Hersteller von Covid-19-Impfstoffen Zwischendaten zu seinem Kinderimpfstoff.

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„Wir glauben, dass unser Impfstoff in der Lage sein wird, diese wichtige Altersgruppe vor Sars-CoV-2 zu schützen, was für unseren weiteren Kampf gegen Covid-19 unerlässlich ist und von den Eltern und Betreuern dieser Kinder besonders begrüßt wird“, teilte Stephane Bancel, Chief Executive Officer bei Moderna, in einer Pressemitteilung mit. In der EU ist der Moderna-Impfstoff Spikevax bisher nur für Kinder ab sechs Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine Impfung mit dem Moderna-Vakzin zuletzt jedoch nur Menschen über 30 Jahren empfohlen.

Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren erhielten im Abstand von vier Wochen ein Viertel der Erwachsenendosis. Wie Paul Burton, Chief Medical Officer bei Moderna, dem „Tagesspiegel“ sagte, führe das zu einem gleichen Antikörperspiegel wie bei Erwachsenen und „einem sehr guten Schutz“. Allerdings habe die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen symptomatische Erkrankungen bei etwa 40 bis 50 Prozent gelegen und damit unter dem üblichen Wert. „Mit dem Moderna-Impfstoff konnten wir oft eine Wirksamkeit von 95 oder 100 Prozent feststellen“, so Burton.

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Als Grund für die geringere Wirksamkeit nenne Burton den Studienzeitpunkt: Die Daten wurden von Oktober bis Februar erhoben, als die Omikron-Variante dominierte. Diese unterscheide sich sehr von dem ursprünglichen Virus, erklärte der Sprecher gegenüber dem „Tagesspiegel“. Allerdings seien ausreichend hohe Mengen an Antikörpern vorhanden seien, um vor einer Covid-19-Erkrankung zu schützen. Zudem sei das Vakzin sicher und gut verträglich. Dennoch gehe er davon aus, dass auch Kinder eine Booster-Impfung brauchen.

Dr. Paul Offit, Direktor des „Vaccine Education Center“ am Children’s Hospital of Philadelphia (US-Bundesstaat Pennsylvania), hält es nicht für fair, die Effizienz der ersten Studienphase mit der heutigen zu vergleichen. Offit sagte dem TV-Sender ABC News: „Es geht nicht darum, dass Omikron infektiöser, sondern dass es immunevasiver ist (also die Antikörper nach Impfung oder Erkrankung nicht mehr so wirksam gegen Omikron sind, Red.). „Selbst wenn sie zwei Impfdosen erhalten hätten, wären sie gegen einen milden Verlauf nicht so gut geschützt, wie sie es nach einer Delta-Infektion wären – das ist das Problem.“

Keines der Kinder, die an der Moderna-Studie teilnahmen, erkrankte an einem starken Verlauf. Deshalb sah sich Moderna auch nicht in der Lage, eine Effizienzschätzung der Wirksamkeit gegen schwere Verläufe abzugeben. Doch die Tatsache, dass Kinder während des Studienverlaufs Erwachsenen entsprechende Antikörperreaktionen zeigten, ist man zuversichtlich, dass der Impfstoff einen „starken Schutz“ vor schweren Verläufen biete.

Hoher Schutz gegen schwere Verläufe

„Es dürfte ziemlich schwierig sein, eine Studie in einer Größenordnung durchzuführen, die auch schwere Verläufe bei unter Sechsjährigen entdeckt“, ergänze Paul Offit gegenüber ABC News und verwies damit auf die extrem geringe Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs bei kleinen Kindern. Die Effizienz des Impfstoff in Bezug auf milde Verläufe sei unter den Fünf- bis 11-Jährigen bei der Omikron-Variante zwar niedrig gewesen, so Offit, gegen schwere Verläufe allerdings hoch – und das sei schließlich das Ziel des Impfstoffs.

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Nach Schätzungen der US-Gesundheitsbehörden CDC seien neun von zehn Kindern, die während der Omikron-Welle ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ungeimpft. Eine endgültige Entscheidung der US-Be­hörde FDA über die Zulassung von Moderna für Kleinkinder wird für Juni erwartet.

RND/hyd/dk

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