Appell an Regierungen

Polio ausrotten: Bill Gates und Svenja Schulze fordern Unterstützung

Eine Gesundheitsfachkraft gibt einem Kind in Kabul (Afghanistan) eine Schluckimpfung gegen Polio.

Eine Gesundheitsfachkraft gibt einem Kind in Kabul (Afghanistan) eine Schluckimpfung gegen Polio.

Microsoft-Gründer Bill Gates und Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) haben in einem Gastbeitrag in der „Zeit“ Regierungen dazu aufgefordert, bei der Ausrottung der Polioviren finanziell zu helfen. „Die Staats- und Regierungschefs müssen jetzt ihre Kräfte bündeln und 4,8 Milliarden US‑Dollar bereitstellen“, heißt es. Diese Geldsumme werde von der Globalen Initiative zur Polio-Ausrottung (GPEI) gebraucht, um in den kommenden fünf Jahren jährlich 370 Millionen Kinder zu immunisieren. Nach den Pocken werde man damit „zum zweiten Mal in der Menschheitsgeschichte eine Krankheit ausrotten können“, schreiben sie.

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Obwohl Polio, auch bekannt als Kinderlähmung, teils seit Jahrzehnten in weiten Teilen der Erde als ausgerottet gilt, tauchten im Laufe dieses Jahres vereinzelte Fälle auf. So infizierten sich Menschen in den afrikanischen Ländern Malawi und Mosambik, in den USA sowie in der Ukraine. In London und New York wurden zudem Polioviren im Abwasser entdeckt. Dabei gelte das Virus nur noch in Afghanistan und Pakistan als endemisch. „Solange das Poliovirus aber noch irgendwo existiert, stellt es überall eine Bedrohung dar“, schreiben sie. „Unser Ziel ist es deshalb, die Krankheit innerhalb der nächsten fünf Jahre auszurotten.“

Großflächiges Impfen

Jetzt sei dafür der günstigste Zeitpunkt, denn in den endemischen Gebieten gebe es bislang nur wenige Fälle. Zudem verfüge man jetzt über „hochwirksame Mittel“, wie etwa eine sogenannte Schluckimpfung. Diese könne eine Ausbreitung außerhalb dieser Gebiete eingrenzen. „Ausschlaggebend für die Ausrottung des Virus ist, dass so viele Kinder wie möglich geimpft werden“, heißt es in dem Gastbeitrag. In den vergangenen Jahren hätten aber Gesundheitsfachkräfte bereits „Unglaubliches geleistet“ und selbst Kinder in abgelegenen Regionen immunisieren können.

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Anlass des Beitrages ist der World Health Summit, der von Sonntag bis Dienstag in Berlin stattfinden soll. Am Dienstag wolle die Bundesregierung im Rahmen der Veranstaltung zusammen mit der Bill & Melinda Gates Foundation, mit der sich Milliardär Gates für die Bekämpfung von Krankheiten einsetze, neue finanzielle Hilfen zur Polio-Ausrottung zusichern.

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Seit der Gründung der GPEI, einer Partnerschaft zwischen Regierungen und verschiedenen Organisationen, im Jahr 1988 seien die Fallzahlen um mehr als 99 Prozent gesunken. In Deutschland wurde 1990 der letzte Fall des Polio-Wildvirus festgestellt. Seit etwa 20 Jahren gilt die Kinderlähmung in Europa als ausgerottet.

RND/mr

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