Hilfsangebote für psychisch Kranke

Psychotherapie: Das ist der schnellste Weg zum Therapieplatz – und diese Hilfe gibt es außerdem

Eine Frau steht am Fenster.

Viele Menschen leiden unter psychischen Erkrankungen – die Suche nach einem Therapieplatz gestaltet sich oft sehr zäh.

Menschen mit psychischen Erkrankungen haben oftmals einen enormen Leidensdruck. Selbst wenn sie Hilfe suchen, ist diese teilweise schwer zu bekommen – gleichzeitig steigt die Anzahl von Menschen mit psychischen Erkrankungen immer weiter an. Damit die Wartezeit nicht noch mehr Leid verursacht, sollten Hilfesuchende die folgenden Schritte beachten.

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Schnellstmöglich einen passenden Therapeut kontaktieren

Psychisch kranke Menschen müssen teilweise sehr lange auf einen Therapieplatz warten. Einer Auswertung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) zufolge, mussten Patientinnen und Patienten im Jahr 2019 mindestens drei bis neun Monate auf den Beginn einer Behandlung warten. Wichtig ist daher, sich schnellstmöglich an einen Psychotherapeuten oder eine Psychotherapeutin zu wenden. Oft sind psychische Erkrankungen nicht sofort als solche zu erkennen. Daher suchen viele Betroffene erst einmal Hilfe bei einem Hausarzt. Meist wird die Diagnose einer psychischen Erkrankung dann dort gestellt – viele Hausärzte verfügen über Listen mit Fachleuten, die helfen können.

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Hilfreich kann es sein, sich gleich bei mehreren Therapeuten zu melden, um zeitnah einen Termin zu bekommen. Alternativ kann über die Patientenservice-Hotline 116 117 ein Termin vereinbart werden. Unter der Rufnummer erhalten Sie einen Vermittlungscode, mit dem eine Akutbehandlung oder eine probatorische Sitzung mit anschließender Psychotherapie vereinbart werden kann. Die Wartezeit beträgt hier maximal fünf Wochen, für Akutbehandlungen maximal drei Wochen. Die Krankenkasse übernimmt bis zu vier Probesitzungen, in denen sich Therapeut oder Therapeutin und der oder die Betroffene kennenlernen können. Denn wichtig ist: Die Chemie muss stimmen. Die BPtK bietet eine Übersicht der Landespsychotherapeutenkammern in Form einer interaktiven Karte.

Starker Anstieg bei psychischen Krankheiten durch Corona-Pandemie

Die psychische Gesundheit wird seit Jahrzehnten vernachlässigt, schreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Corona hat die Lage noch verschlimmert.

Freunde und Familie um Hilfe bitten

Die Suche nach einem Therapeuten und die damit verbundenen Anrufe können bei Betroffenen Ängste oder Überforderung auslösen. Auch Antriebslosigkeit ist bei an Depressionen Erkrankten oftmals ein Thema. Wenn dies der Fall ist, kann es sehr hilfreich sein, Freunde oder Familie um Unterstützung zu bitten. Diese können die Suche nach einem Therapeuten übernehmen oder dabei unterstützen.

Vorübergehende Hilfe suchen

Wer es auf die Warteliste eines Therapeuten oder einer Therapeutin geschafft hat, hat einen wichtigen ersten Schritt getan. Aber auch in der Zeit bis zum Termin können immer wieder Ängste und massives Unwohlsein auftreten und es kann nötig werden, andere Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) bietet eine Auflistung von Hilfsangeboten. Die Telefonseelsorge etwa ist 24 Stunden am Tag und kostenfrei telefonisch zu erreichen unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Wer möchte, hat auch die Möglichkeit einer Onlineberatung oder kann mit den Fachleuten chatten.

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Auch Selbsthilfegruppen können die Überbrückung der Wartezeit erleichtern, indem sie zum Beispiel dabei helfen, sich im Alltag wieder besser zurechtzufinden oder Ängste in Schach zu halten. Niemand muss mit psychischen Erkrankungen alleine sein. Es gibt viele Menschen, die unter psychischen Problemen leiden und oft kann es helfen, andere Betroffene kennenzulernen und sich mit diesen auszutauschen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie erfüllt bundesweit mehr als jeder vierte Erwachsene im Zeitraum eines Jahres die Kriterien einer psychischen Erkrankung. Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) bietet direkt auf ihrer Startseite die Möglichkeit, Selbsthilfeadressen in Wohnortnähe zu finden.

Soforthilfe bei starken Suizidgedanken in Anspruch nehmen

Wer unter starken Suizidgedanken leidet, braucht sofort Hilfe. Wenden Sie sich in diesen Fällen direkt an jemanden, dem Sie vertrauen. Das kann ein Freund oder Verwandter sein oder auch die Fachleute von der Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) – die Telefonseelsorge können Sie immer in Anspruch nehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, sich an ein Krankenhaus mit psychiatrischer Notaufnahme oder eine allgemeine Notfallambulanz zu wenden. Hier ein Überblick über die psychiatrische Versorgung in den einzelnen Bundesländern.

Bei akuter Lebensgefahr rufen Sie den Rettungsdienst (112) und in Gefahrensituationen die Polizei (110).

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