Angst vor der Corona-Infektion? Psychologin rät zur nüchternen Betrachtung

Die Diplom-Psychologin Sandra Jankowski rät dazu, im Alltag mehr Ruhe einzubauen, um Panik vor einer Corona-Infektion zu vermeiden (Symbolbild).

Die Diplom-Psychologin Sandra Jankowski rät dazu, im Alltag mehr Ruhe einzubauen, um Panik vor einer Corona-Infektion zu vermeiden (Symbolbild).

Das Coronavirus begleitet uns nun schon seit mehr als zwei Jahren. Eine Studie des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt zwar, dass die Angst der Deutschen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, inzwischen gesunken ist. Trotzdem fürchten sich immer noch 20 Prozent der Menschen vor der Infektion.

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Angst ist grundsätzlich nichts Schlechtes und eine ganz normale Reaktion auf Gefahr. Sie soll laut dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) den Menschen helfen, die Ursache der Gefahr auszuschalten oder ihr zu entkommen. Gerade in der Corona-Pandemie leiden aber viele Menschen unter vorher unbekannten Ängsten – angefangen bei der Angst davor, zu sich infizieren, oder sogar vor dem Tod.

Wenn einen die Panik überkommt und die Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, immer größer wird, kann es im Alltag helfen, das Ganze einmal sehr nüchtern zu betrachten, sagt die Psychologin Sandra Jankowski. Sinnvoll sei es dann, „sich zu fragen, wie wahrscheinlich es ist, sich zu infizieren und dann auch wirklich einen schweren Verlauf zu haben“.

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Wichtige Schritte notieren

Für Menschen, die sich krank fühlen und sofort an eine Corona-Infektion glauben, könne es auch helfen, sich bewusst zu machen, dass das, was man gerade spürt, auch einfach Erkältungssymptome sein könnten. Und selbst wenn nicht: „Man sollte sich auch klarmachen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf gar nicht mehr so hoch ist, wenn ich vollständig geimpft bin“, erklärt die Psychologin. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass der Schutz vor schweren Erkrankungen und Todesfällen durch die Corona-Impfung stark erhöht ist und durch Booster-Impfungen noch einmal größer wird.

„Viele Menschen, die befürchten, sich zu infizieren, verfallen in Panik und denken gar nicht weiter darüber nach, was dann wirklich passiert – haben einfach nur Angst vor dieser hypothetischen Katastrophe“, sagt Jankowski. Betroffene sollten sich in diesem Fall genau überlegen, was man unternimmt, wenn man sich wirklich infizieren sollte. „Die Schritte kann man dann gut auf einen Zettel schreiben, damit man dann im Notfall darauf zurückgreifen kann“, sagt die Psychologin – so ließe sich Panik gut vertreiben.

Sport kann einem Ruhe bringen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert im Falle einer Infektion über die erforderlichen Maßnahmen. Jankowski zufolge kann das Befolgen dieser Tipps außerdem helfen, den Alltag ohne Angst zu meistern.

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  • Menschen, die sich sehr vor einer Corona-Infektion fürchten, sollten versuchen, den Bezug zur Realität nicht zu verlieren.
  • Es kann dann auch helfen, mit Angehörigen oder Freunden zu sprechen, denn oft ist man mit seinen Ängsten ja auch nicht alleine.
  • Sich abzulenken und schöne Dinge zu genießen oder auch mehr Sport zu treiben kann einem auch wieder Ruhe bringen.
  • Im Alltag Ruhepausen einzulegen, um mehr Entspannung zu bekommen, kann dann dabei helfen, der Angst langfristig entgegenzutreten.
  • Manchmal kann es auch helfen, bei der telefonischen Seelsorge anzurufen und sich auszutauschen.

In schlimmen Fällen Hilfe suchen

„Menschen, bei denen die Angst vor dem Coronavirus verhaltensauffällig ist, grübeln extrem viel über das Thema nach und recherchieren auch oft im Internet nach irgendwelchen Symptomen“, erklärt Jankowski. Das Thema „Gesundheit“ nehme dann sehr viel Zeit des Tages in Anspruch. Laut der Psychologin können Betroffene in schlimmen Fällen nicht mehr schlafen, sind sehr unruhig und können sich nicht mehr konzentrieren.

Wenn Menschen auf Dauer so große Angst vor einer Infektion verspürten, dass sie über einen längeren Zeitraum gar nicht mehr das Haus verließen, könne es besser sein, sich Hilfe zu suchen. „Das könnte nämlich ein Zeichen für die Betroffenen sein, dass die Krise alleine nicht mehr zu bewältigen ist“, empfiehlt sie.

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