EMA rät bei seltener Bluterkrankung von Astrazeneca-Impfung ab

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA rät Menschen mit dem Kapillarlecksyndrom von der Impfung mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca ab.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA rät Menschen mit dem Kapillarlecksyndrom von der Impfung mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca ab.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Astrazeneca-Vakzin und dem Kapillarlecksyndrom. In diesem Zusammenhang rät sie von einer Impfung mit dem vektorbasierten Corona-Impfstoff von Astrazeneca ab, wenn Patientinnen und Patienten in der Vergangenheit am Kapillarlecksyndrom erkrankt sind, so die EMA in ihrem Bericht. Hintergrund seien seltene Fälle, bei denen Menschen nach der Impfung mit dem Vakzin am Kapillarlecksyndrom erkrankt sind. Das Kapillarlecksyndrom, auch Clarkson-Syndrom genannt, ist eine seltene Bluterkrankung.

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Kapillarlecksyndrom: Vor allem Frauen laut EMA betroffen

Die EMA rief außerdem dazu auf, die Erkrankung in die Liste der potenziellen Nebenwirkungen mit aufzunehmen. Nach Angaben der EMA sind vor allem Frauen vom Kapillarlecksyndrom betroffen. Bei der Bluterkrankung tritt Flüssigkeit aus kleinen Blutgefäßen – den Kapillaren – aus. Symptome sind unter anderem Übelkeit, Anschwellen von Armen und Beinen, plötzliche Gewichtszunahme, akutes Nierenversagen sowie ein Herz-Kreislauf-Zusammenbruch. Bei den untersuchten Fällen traten die Symptome innerhalb von vier Tagen nach der Impfung auf. Bei drei der sechs näher untersuchten Fälle seien die Betroffenen in der Vergangenheit schon einmal am Kapillarlecksyndrom erkrankt. Die EMA spricht zudem von einem Todesfall in Zusammenhang mit dem Kapillarlecksyndrom und der Impfung.

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Der Ausschuss für Risikobewertung der EMA hat angekündigt, Fälle von Kapillarlecksyndrom in Zusammenhang mit dem Vakzin weiter zu beobachten. Außerdem hat sie den Hersteller Astrazeneca um nähere Informationen gebeten.

Was ist das Clarkson-Syndrom?

Beim Clarkson-Syndrom ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, sodass Plasma austritt und es zu Ödemen und einem Abfall des Blutdrucks kommt. Wird beispielsweise ein Lungenödem nicht rechtzeitig behandelt, kann dies zum Tod führen. Laut der Datenbank Orpha.net für seltene Krankheiten sind die Überlebenschancen gering: Demnach gibt es keine heilende Behandlung, nur die Symptome können abgemildert werden. Die Sterberate liege nach zehn Jahren bei 30 bis 40 Prozent.

Astrazeneca stand zuletzt häufiger wegen möglicher Nebenwirkungen in der Kritik. Unter anderem besteht der Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen Thrombosen und der Astrazeneca-Impfung gibt.

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