Gefahr durch Cucurbitacine

Zu Halloween: Kann man Zierkürbisse essen?

Zierkürbisse sollten nur zur Dekoration verwendet werden.

Zierkürbisse sollten nur zur Dekoration verwendet werden.

Herbst bedeutet Kürbissaison. Das beliebte Gemüse kommt in vielen Formen und Farben daher. Hokkaido, Butternut und Bischofsmütze landen auf den Tellern. Nur die kleinen Zierkürbisse finden lediglich als Dekoration Verwendung, obwohl sie wie Miniaturversionen der großen Speisekürbisse aussehen. Aber woran liegt das?

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Zierkürbisse enthalten Cucurbitacine, die zu den giftigen Bitterstoffen gehören. Der Verzehr kann deshalb Magen-Darm-Beschwerden oder Erbrechen auslösen, erklärt Andreas Scharper vom Giftinformationszentrum Nord der Georg-August-Universität in Göttingen. Bei den bekannten Speisekürbissorten wurden die Bitterstoffe weggezüchtet, sodass der Verzehr ungefährlich ist. Neben Kürbissen können auch Gurken, Zucchini und Melonen Cucurbitacine bilden.

Auch beim Anbau ist Vorsicht geboten

Wer Zierkürbisse im eigenen Garten anbauen möchte, sollte dies auf keinen Fall in der Nähe von Speisekürbissen tun. Durch Insektenbestäubung kann es zu Kreuzungen der Kürbissorten kommen, informiert das Chemische Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. Sollte man die Samen der falsch bestäubten Kürbisse wiederverwenden, könnte die nachfolgende Kürbisgeneration ebenfalls giftige Bitterstoffe enthalten. Da das Gen, welches die Bitterstoffbildung verhindert, bei Speisekürbissen lediglich „abgeschaltet“, aber dennoch vorhanden sei, könnten in seltenen Fällen auch spontane Mutationen dazu führen, dass sich wieder Cucurbitacine bilden und das Gemüse ungenießbar machen, so die Behörde.

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Generell gilt: Kürbisse mit bitterem Aroma vorsorglich entsorgen und nicht weiter in der Küche verwenden. Vorsicht ist auch beim gemeinsamen Anbau von Zierkürbissen und Zucchini geboten. Auch hier ist eine Kreuzung möglich.

Was tun, wenn man einen Zierkürbis gegessen hat?

Wer sich unsicher ist, ob er einen Zier- oder einen Speisekürbis geerntet hat, kann dies durch einen Geschmackstest herausfinden. Vor der Zubereitung ein Stück des rohen Kürbisfleischs probieren. Schmeckt dieses bitter, direkt wieder ausspucken, dann handelt es sich um einen Zierkürbis. Mit gekochtem Kürbis funktioniert dieser Test nicht. Durch das Erhitzen verlieren die Bitterstoffe ihren bitteren Geschmack, der Kürbis bleibt aber dennoch giftig.

Hat man versehentlich doch einen Zierkürbis verzehrt oder beißt ein Kind in einen Zierkürbis, ist dies nicht gleich ein Grund zur Panik, beruhigt Scharper. In der Regel verursacht der Verzehr eines Zierkürbisses nur Magen-Darm-Beschwerden. Sollten diese jedoch sehr ausgeprägt auftreten, sodass es zu Erbrechen und schwerem Durchfall kommt, muss ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

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Laut Schaper ist im Zusammenhang mit Cucurbitacinen bisher erst ein Todesfall bekannt. Dieser trat allerdings nicht in Zusammenhang mit Zierkürbissen, sondern nach dem Verzehr einer größeren Menge bitterer Zucchini auf.

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