„Das ist ein Kampf auf Leben und Tod"

Literaturfestival in Berlin: Kunstschaffende zeigen Solidarität mit Ukraine

Ukrainische Flaggen wehen im Wind bei der Solidaritätsveranstaltung des Internationalen Literaturfestivals «Für Eure und für unsere Freiheit!» auf dem Bebelplatz.

Berlin. Bei einer Kundgebung in Berlin haben etliche Menschen ihre Solidarität mit der Ukraine gezeigt. Zugeschaltet waren am Sonntagnachmittag auch mehrere Kulturschaffende, darunter die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch und der Autor Navid Kermani. Liedermacher Wolf Biermann schickte ebenfalls eine Videobotschaft. Darin sagte er, Putin eifere „seinem Kollegen Adolf Hitler“ nach.

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„Kampf auf Leben und Tod“

„Wenn wir mitten im Krieg unsere Stimme erheben, wenn wir nun Geld spenden, auch wenn wir endlich Verteidigungswaffen an die Ukraine liefern, wenn wir tapfer Hunderttausende Flüchtlinge bei uns aufnehmen - dann verteidigen wir uns damit ja auch selber“, sagte Biermann (85). Das sei mehr als nur humanitäres Engagement für ein anderes Volk. „Das ist ein Kampf auf Leben und Tod. Jetzt geht's auch um unser eigenes Leben. Unser eigener Tod steht auf dem Spiel.“

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Der ukrainische Autor Juri Andruchowytsch bedankte sich in einer Videoschalte für die Solidaritätsaktion. Europa habe sich für die Ukraine heutzutage endlich geöffnet - jedenfalls an den Grenzen, für Flüchtlinge, sagte er im Video. Die massenhaften blau-gelben Dekorationen genügten ihnen aber nicht mehr. Die Stürme von Begeisterung und Empathie, das betäubende Klatschen und die Demonstrationen seien rührend und wunderbar. „Aber es genügt nicht“, sagte er. „Bei uns sterben Kinder. Ihre Mütter, Väter, alte und junge Leute.“ Er forderte eine Flugverbotszone. Die Nato hatte dies bereits abgelehnt.

Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa sagte per Video, die Invasion Russlands in die Ukraine sei unerträglich. „Nur gemeinsam können wir die freie Welt schützen“, sagte die belarussische Autorin Alexijewitsch. Die Kundgebung fand auf dem Bebelplatz statt, wo ein Mahnmal an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten erinnert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl zwischenzeitlich auf eine Zahl im unteren dreistelligen Bereich.

RND/dpa

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