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Black is Beautiful

8500 Fans feiern The BossHoss in der Tui-Arena in Hannover

The BossHoss in der Tui-Arena.

The BossHoss in der Tui-Arena.

Hannover.Schwarz sei gar keine Farbe, sondern nur deren Fehlen, sagen manche. Für die Berliner Countryrocker von The BossHoss ist in im Titelsong ihres neuen Albums „Black Is Beautiful“ jedenfalls klar: „I'm gonna stay in the dark, 'cause black is beautiful.“ Dass sie sich dennoch ins Rampenlicht stellen, danken ihnen in der Tui-Arena 8500 Fans. Natürlich tragen die Musiker schwarze Jacken und Westen über dem Feinripp.

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Auch sonst zelebrieren sie anfangs die neu entdeckte Dunkelheit, allen voran die beiden Sänger Alec „Boss Burns“ Völkel und Sascha „Hoss Power“ Vollmer. Sie zeigen, dass ihrer Musik Druck und Düsternis gut stehen. Beim ebenfalls neuen „In Your Face“ bestätigt sich dieser Eindruck: Trockener Gitarrenrock, ruhelose Gesangsmelodien und pointierte Bläsersätze verlassen zwar das Heimatgenre Country nie so ganz, treiben es jedoch im Galopp in die ruppige, staubige Wüste.

Auf der Bühne mit Lust an Klischees

Live wird schnell klar, dass dabei auch die Lust an Klischees eine Rolle spielt. Dass sie nicht nur düstere Rocker und ganze Kerle sind, sondern oft genug auch ausgesprochen nette Jungs, haben Völkel und Vollmer längst bei ihren zahlreichen TV-Auftritten gezeigt, zum Beispiel als Mentoren in der Castingshow „The Voice“. So ist ihr Schwarz wohl zum Teil auch das von Country-Ikone Johnny Cash, der damit weniger Coolness und Rock’n’Roll verband, sondern eher Sensibilität und ein großes Herz.

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Anhand ihrer Hits lässt sich die Entwicklung der Band ablesen, die es aus kleinsten Clubs in die ganz großen Hallen geschafft hat. Das OutKast-Cover „Hey Ya“, vor 14 Jahren die allererste Single, demonstriert die ursprüngliche Methode: Aus urbanem Soul, Funk und HipHop wurde damals ein gemütlicher Saloonschunkler. „Stallion Batallion“ stammt vom dritten Studioalbum, auf dem erstmals mehr Eigenkompositionen zu hören waren. Und das treibende „Don’t Gimme That“ war vor acht Jahren die erste Top-Ten-Platzierung.

Die Fans feiern neue wie alte Titel, lieben die coolen Posen ihrer Helden ebenso wie deren Nahbarkeit. Einige von ihnen dürfen sogar an der Bar auf der Bühne einen Drink nehmen. Die Grenzen des Spiels mit der Cowboy-Attitüde zeigen sich ausgerechnet bei einem der größten Country-Songs aller Zeiten. „Jolene“ widerspricht jeder Macho-Haltung. Denn Dolly Parton hat damit für immer gezeigt, dass ihr Genre keinesfalls nur den Männern gehört – auch wenn sie gar nicht so hart sind wie sie scheinen.

Von Thomas Kaestle

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