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Tui-Arena

A-ha kuschelt mit 7400 Fans in der Tui-Arena

Hannover, a-ha, Konzert in der TUI-Arena (Foto: Frank Wilde)

Hannover, a-ha, Konzert in der TUI-Arena (Foto: Frank Wilde)

Hannover. Unplugged. Einst ein Zauberwort in der Musikwelt, spätestens seit Eric Clapton sich vor 25 Jahren auf einen Hocker setzte und aus seinen Bluesrockklassikern Lagerfeuerhits machte. Gefühlt sind 2018 alle durch mit dem Thema, jedenfalls alle, die ihre Hits vorwiegend im alten Jahrtausend hatten. Und jetzt kommt a-ha. Nach erfolgreichem Comeback vor einigen Jahren und Großhallentourneen spielen die Norweger jetzt mit kleinem Besteck im großen Saal. Wobei der personelle Aufwand sogar größer ist als bei anderen Shows. Sänger Morten Harket, Gitarrist Pal Waaktaar-Savoy und Keyboarder Magne Furuholmen (mit Cembalo) werden von einem halben Dutzend Musiker unterstützt, auch an Blas- und Streichinstrumenten. Die Tui-Arena ist nicht voll, 7400 Menschen sind laut Hannover Concerts im komplett bestuhlten Saal. Vielleicht war das auch nicht anders zu erwarten, der letzte Besuch an gleicher Stelle ist nicht einmal zwei Jahre her und zeigte einen recht unmotivierten Sänger.

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Wobei man bei Harket nie ganz genau weiß, ob es wirklich eine gewisse Lethargie ist oder Unsicherheit oder doch eine tiefe Melancholie, die den 58-Jährigen auf der Bühne umgibt. Dieser Abend, der eine freundlich-entspannte Atmosphäre ausstrahlt, ist ohnehin eher für Träumer und Schwelger denn für Tänzer. A-ha streift durch die Karriere, aber eigentlich streift das Trio durch eben jenes Unplugged-Album, teils sogar in identischer Reihenfolge, so wie gleich zu Beginn. „This is our Home“ gibt die Richtung vor, bei „Lifelines“ erheben sich die Geigen zwischen den Gesangszeilen, sehr relaxed und fließend ist das alles.

Keine wirkliche Gemütlichkeit

Eine wirkliche Gemütlichkeit entsteht natürlich nicht, die Bühne ist so heimelig und spektakelfrei möbliert und ausgeleuchtet wie es in einer Mehrzweckgroßraumhalle schräg unter einem Handball-Ergebniswürfel unter der Decke nun mal eben möglich ist. Und wenn man auf der Gegentribüne 80 Meter weg sitzt, hält es sich mit dem Kuschelfaktor naturgemäß in Grenzen. Aber die Norweger sind um einen Hauch von Kneipenatmo bemüht, finden nette deutsche Worte („Schön, dass Sie hier sind!“) und sitzen mehr als die große Showgeste zu bemühen. Was für Popstars oft gar nicht so einfach ist.

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Natürlich werden die Hitballaden vom dankbaren Publikum besonders abgefeiert - „Stay on these Roads“ zum Beispiel oder „Summer moved on“, das spannend arrangierte „The Sun always shines on TV“ sogar im Stehen. „Foot of the Mountain“ dagegen, auf dem gleichnamigen Album 2009 ein pulsierender Vierminüter, schlurft eher so dahin, verpufft und ist mit dem Ende des Lieds schon vergessen. Ähnlich geht es mit „Hunting High and Low“. Das unausweichliche „Take on me“ ganz am Schluss der gut anderthalb Stunden wird zum Gute-Nacht-Lied mit Saalchor. Eigentlich muss nach so einem dahingetupften Ende doch noch etwas kommen. Tut es aber nicht. Vielleicht in zwei Jahren wieder.

Von Uwe Janssen

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