Visionen für Hannover

Braucht Hannover mehr grüne Dächer in der City?

„High Line im Quadrat“: So könnte der Roofwalk entlang des Galeria-Kaufhof-Gebäudes aussehen.

„High Line im Quadrat“: So könnte der Roofwalk entlang des Galeria-Kaufhof-Gebäudes aussehen.

Hannover. Roland Clark, der Direktor der Herrenhäuser Gärten, hat keine Furcht vor Größenwahn. Er liebt es, mutige Visionen für seinen Garten und die ganze Stadt zu entwickeln. Darum hat er im vergangenen September damit begonnen, seine Gedanken über die Entwicklung der Gartenkultur in einer Arbeitsgruppe auszuarbeiten.

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Die neue Gartenkultur

Der Begriff Gartenkultur war dabei bewusst weit gefasst: Clark geht es dabei unter anderem darum, mit „mutigen Projekten“ den internationalen Austausch und die Überwindung von sozialen Grenzen zu befördern sowie die Folgen des Klimawandels zu mindern und die Lebensqualität in der Stadt zu steigern.

Eines dieser Projekte hat Clark am Wochenende bei der Eröffnung der diesjährigen Herrenhausen-Akademie vorgestellt. Er träumt davon, die Dachflächen der Innenstadt zu begrünen und zugänglich zu machen. Besucher können dann zwischen den Häusern auf sogenannten Roofwalks flanieren und den spektakulären Ausblick genießen.

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Für die Kulturhauptstadt groß denken

Mehr als ein Gedankenspiel ist das derzeit nicht, an die Finanzierung und andere praktische Widrigkeiten haben Clark und sein Gartenkulturteam bewusst nicht gedacht. „Es geht darum, einen Stein ins Wasser zu werfen“, sagt Clark. Die Bewerbung um den Titel einer Kulturhauptstadt habe er dabei zum Anlass genommen, um „groß zu denken“.

Ob und in welcher Form seine Visionen bei der offiziellen Bewerbung berücksichtigt werden, weiß Clark derzeit nicht. Zumindest aber sind sie in den Planungsprozess eingespeist – über die von der Stadt eingerichteten Think Tanks, die Ideen für die Bewerbung entwickeln sollen. Für seine Gruppe bevorzugt Clark den Begriff „Denkbottich“. Mit dabei sind Vertreter aus dem städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, Landschaftsarchitekten der Leibniz Universität, der Bezirksverband der Kleingärtner, gartenbegeisterte Privatpersonen und Vertreter des Bereichs Regionale Naherholung der Region Hannover.

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Eine Green Line im Gleisbett

Neben den Roofwalks, die Clark jetzt erstmals in einer plastischen Visualisierung präsentierte, gibt es noch eine Reihe von anderen Plänen für die neue Gartenkultur: So könnte entlang der Stadtbahnlinie 5 ein "Gartenkunstmuseum" entstehen, indem man die an der Strecke gelegenen Parks aus verschiedenen Epochen neu erfahrbar macht. Und 50 Kilometer Gleisbett in Stadt und Region könnte statt mit Schotter mit Pflanzen gefüllt werden und sich so zu einer Green Line entwickeln.

Ein Vorbild für solche Projekte ist die High Line in New York, eine stillgelegte und künstlerisch begrünte Bahnlinie. „Sie gehört inzwischen zu den Topattraktionen der Stadt – die ja auch sonst an Attraktionen nicht arm ist“, sagt Clark. Seine Roofwalks, die erheblich schwieriger einzurichten wären, bezeichnet er als „High Line im Quadrat“. Und ja: Er wisse, dass das größenwahnsinnig sei: „Aber das ist ja nicht schlimm: Wenn man scheitert, dann wenigstens grandios.“

Von Stefan Arndt

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