Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Altbundespräsident

Christian Wulff in der Landesmusikakademie

„Wie schwer es ist, wenn man ein paar Jahre raus ist – diese Erfahrung macht gerade Friedrich Merz“: Christian Wulff (r.) im Gespräch mit Markus Lüdke.

„Wie schwer es ist, wenn man ein paar Jahre raus ist – diese Erfahrung macht gerade Friedrich Merz“: Christian Wulff (r.) im Gespräch mit Markus Lüdke.

Wolfenbüttel.Vor neun Jahren hat Christian Wulff die Landesmusikakademie in Wolfenbüttel eröffnet. Über ein solches Zentrum für Laienmusik und musikalische Nachwuchsarbeit war Jahrzehnte lang diskutiert worden – ohne den Einsatz des damaligen Ministerpräsidenten wäre es wohl nicht gebaut worden. Nun war Wulff wieder in Wolfenbüttel – als erster Gast einer neuen Gesprächsreihe der Akademie.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Moderator Markus Lüdke, der künstlerische Leiter des Hauses, erinnerte an den Zehn-Punkte-Plan, mit dem Wulffs Landesregierung damals die Musikförderung voranbringen wollte. Außer der Akademie ist davon heute nicht allzu viel übrig geblieben – der Praetorius-Musikpreis etwa, für Wulff ein wichtiger Baustein des Programms, wurde 2012 zum letzten Mal vergeben. Warum er eingestellt wurde, ist dem Altbundespräsidenten unerklärlich: „Ein Land wie Niedersachsen braucht einen großen Musikpreis“ sagte er. Auf diese Weise könnte früh die Aufmerksamkeit auf große Talente wie etwa Igor Levit gelenkt werden, der 2005 zu den ersten Preisträgern gehörte.

Der Frage, warum Niedersachsen heute bei der Musikförderung im Ländervergleich einen der letzten Plätze belegte, wich Wulff mit einem Hinweis auf seine lange Abwesenheit von der Landespolitik aus: „Wie schwer es ist, wenn man ein paar Jahre raus ist – diese Erfahrung macht ja gerade Friedrich Merz“, sagte er. Im Übrigen könne er sich gar nicht vorstellen, wie es sich regiert, wenn die Steuertöpfe voll wie jetzt seien: „Das ist eine neue Zeit. Damit habe ich nichts mehr zu tun.“

Als Präsident des deutschen Chorverbandes – ein Amt, das Wulff in diesem Jahr von Hennig Scherf übernommen hat, will er verschiedene Verbände der Laienmusik enger zusammenbringen, um bessere Förderung zu erreichen: „In zwei, drei Jahren haben wir hier ganz andere Strukturen“, kündigte er an. Chöre und Orchester sind für Wulff wichtige „Stabilisatoren der Gesellschaft“, die in der von ihm diagnostizierten „Krise des Vereinswesens“ von der Politik institutionell unterstützt werden sollten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von Stefan Arndt

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.