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Hannover

Das ist die neue Tiefsee-Ausstellung im Landesmuseum

Bei der neuen Tiefsee-Ausstellung im Landesmuseum gibt es für Besucher viel zu sehen.

Bei der neuen Tiefsee-Ausstellung im Landesmuseum gibt es für Besucher viel zu sehen.

Hannover.Sie ist der mit Abstand größte Lebensraum der Erde, doch ist über die Tiefssee nur sehr wenig bekannt. Eigentlich sogar fast nichts: Ihr Fläche ist um 30 Prozent größer als die aller Kontinente zusammen – und trotzdem weiß man selbst über die Oberfläche des Mondes mehr als über den Meeresgrund. Wie dieses gewaltige Unterwasserreich mit Tiefen zwischen 500 und 11000 Metern genau beschaffen ist, ist bisher nur in kleinsten Ausschnitten erforscht: Bloß über sieben Prozent der Fläche konnten Wissenschaftler bislang mithilfe von Echoloten zumindest eine ungefähre Vorstellung gewinnen.

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Kein Wunder, dass man bisher auch nur ahnen kann, wer dort auf welche Weise lebt: Bislang kennt man von gewaltigen Pottwalen bis zum winzigen Einzeller rund 250 000 Meeresorganismen. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass es tatsächlich bis zu zehn Millionen Arten sind. Bei jeder Expedition in die Tiefe machen Forscher neue Entdeckungen.

Wie also soll man eine so unbekannte Welt in ein Museum bringen, das sich ja gerade vorgenommen hat zu zeigen und zu erklären, wie die Welt beschaffen ist? Das Landesmuseum Hannover hat sich dieser schwierigen Aufgabe gestellt und seine „Naturwelten“-Dauerausstellung um einen zusätzlichen Raum über die Tiefsee erweitert.

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Betritt man ihn durch den grottenartigen Eingang, bekommt man zunächst eine Ahnung, was es so tief unter Wasser zu sehen gibt: wenig. Die Ausstellung ist weitgehend abgedunkelt, noch dazu ist der Raum sehr kühl und von einem undefinierbaren Geräuschteppich durchzogen, der den Nachhall von Schiffsschraubenlärm, Walgesängen und aktiven Unterwasservulkanen simuliert. Ein sinnliches Erlebnis, das das Geheimnis dieser unbekannten Welt nur weiter steigert.

Besucher kann sehr viel über Tiefsee erfahren

Wie Lichtflecke eines Scheinwerfers leuchten dann Präparate von Tiefseefischen aus dem Dunkel heraus. Das Geomar-Helmholz-Zentrum für Ozeanforschung aus Kiel hat dem Landesmuseum die kostbaren Objekte als Dauerleihgabe überlassen. So sieht sich der Betrachter wundersamen Wesen wie dem Pelikanaal, dem Schwarzen Drachenfisch oder dem Tiefsee-Beilfisch plötzlich Auge in Auge gegenüber. Weil die Fische allesamt sehr klein sind, hat man einigen der insgesamt 24 Präparaten vergrößerte Modelle zur Seite gestellt, die eindrucksvoll etwa die Fangzähne des Viperfisches zeigen, die im Verhältnis zum Körper so riesig sind, dass dieser das Maul nie schließen kann. Dafür kann der Viperfisch die Beute, die er einmal geschnappt hat, sehr sicher festhalten. Nahrung hat Seltenheitswert in der Tiefsee.

Neben den in Alkohol eingelegten kleinen Fischen sind auch gewaltige Tiere zu sehen: Auf zwei Bildschirmen scheinen Wale und Riesenkalmare als Projektion in einer Art 3-D-Aquarium zu schwimmen. Dazu gibt es das Miniaturmodell eines Schwarzen Rauchers: eine heiße Schwefelquelle auf dem Grund des Meeres, die eine ganz eigene Landschaft und Lebenswelt erschafft.

Komplettiert wird der sehenswerte neue Bereich der Schau, der auf 50 Quadratmetern 35 Exponate präsentiert, durch Schaukästen, die auf die aktuellen Probleme wie Übersäuerung, Erwärmung und Verschmutzung der Meere hinweisen. Dafür, dass die Experten so wenig über die Tiefsee wissen, kann der Besucher hier sehr viel erfahren.

Familienfest zur Eröffnung

Das Landesmuseum lädt zur Eröffnung des neuen Tiefsee-Bereichs der „Naturwelten“-Ausstellung am Sonntag, 4. März, von 11 bis 17 Uhr zu einem Familienfest mit vielen Aktionen für Kinder und Jugendliche ein. Der Eintritt ist an diesem Tag für alle Besucher frei.

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