Staatsoper

Dirigent Ivan Repusic verabschiedet sich aus Hannover

„Ich halte es für die wichtigste Aufgabe eines Chefs, für eine positive Atmosphäre zu sorgen“: Ivan Repusic.

„Ich halte es für die wichtigste Aufgabe eines Chefs, für eine positive Atmosphäre zu sorgen“: Ivan Repusic.

Hannover. Nur drei Jahre lang war Ivan Repusic Generalmusikdirektor an der Staatsoper Hannover: Er verlässt das Haus jetzt zusammen mit dem langjährigen Intendanten Michael Klügl. Doch die Zeit hat offenbar gereicht, um ein ungewöhnlich gutes Verhältnis zwischen dem Orchester und seinem Chef aufzubauen. Darum spielt man nach dem Ende der letzten gemeinsamen Spielzeit einfach weiter – zumindest ein paar Tage: "Ich bin froh, dass ich den Wunsch des Orchesters nach einer Reise noch erfüllen kann", sagt Repusic. Direkt im Anschluss an die Abschiedsgala im hannoverschen Opernhaus geht es nach Dubrovnik, wo Repusic und das Staatsorchesters das Sommerfestival der Stadt eröffnen und ein Konzert mit Beethovens Neunter spielen.

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Die Chemie muss stimmen

Von 2010 bis 2013 war Repusic künstlerischer Leiter des Festivals. Nun kehrt er mit dem hannoverschen Orchester an die Adria zurück. "Es ist eine Mischung aus Arbeit und Urlaub", sagt er über das Projekt – und gibt damit auch einen Einblick in sein Selbstverständnis als Dirigent. Repusic, der in der kommenden Spielzeit weiter Chef beim Münchener Rundfunkorchester sein wird und regelmäßig an Häusern wie der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper in Dresden und der Hamburger Staatsoper gastiert, versteht sich vor allem als eine Art Stimmungsmacher. "Es ist wichtig, dass man menschliche Verbindungen aufbaut", sagt er: "sowohl zwischen Musikern und Dirigent als auch zwischen den einzelnen Musikern." Eine Konzertreise ans Meer kann dabei nur förderlich sein.

Natürlich müsse man in den Proben eine Basis aufbauen, „damit die Struktur stimmt“, sagt der Dirigent. Doch das sei längst nicht alles: „Man muss bei der Aufführung die Chance nutzen, um etwas Besonderes zu schaffen – und das geht nur, wenn die Chemie untereinander stimmt.“ Dass er es geschafft hat, in Hannover die richtige Chemie herzustellen, ist etwas, worauf Repusic im Rückblick stolz ist: „Ich halte es für die wichtigste Aufgabe eines Chefs, für eine positive Atmosphäre zu sorgen.“ Allerdings ist dafür nicht allein gute Laune nötig: „Als Dirigent muss man gut vorbereitet sein und den Willen zeigen, gut zu musizieren“, sagt er. „Das wirkt wie ein Magnet: Gute Musik ist der beste Weg zu guter Atmosphäre.“

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Freude an der Musik teilen

Bevor die ein letztes Mal in Dubrovnik entfaltet wird, erfüllt sich Repusic auch noch einen eigenen Wunsch mit dem Orchester: mit zwei Aufführungen von Gustav Mahlers zweiter Sinfonie, einem Stück, das er dirigieren wollte, seit er es im Studium einmal im Chor mitgesungen hat. „Es ist super, dass das jetzt in meinem letzten Sinfoniekonzert klappt“, sagt er – auch, weil neben einer großen Orchesterbesetzung auch Solisten und der Opernchor an der Aufführung beteiligt sind. „Ich bin dankbar, Freude und Lust an dieser Musik mit so vielen Menschen teilen kann“, sagt Repusic. Nach Arbeit klingt das eigentlich nicht. Es ist wohl ein Geheimnis seines Erfolges.

An diesem Sonntag, 17 Uhr, und Montag, 19.30 Uhr, dirigiert Ivan Repusic Gustav Mahlers zweite Sinfonie in der Staatsoper.

Von Stefan Arndt

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