Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Hannover

Luke Mockridge präsentiert sein neues Programm in der Tui-Arena

Luke Mockridge in der TUI-Arena

Luke Mockridge in der TUI-Arena

Hannover.Nebel umspielt ein verschnörkeltes Eisentor auf der Bühne. Dramatische Musik hallt durch die Arena. Nur schemenhaft ist eine Gestalt zu erkennen, die langsam in den Vordergrund schreitet. Unter lautem Applaus öffnet sich das Tor und Komiker Luke Mockridge kommt ins Licht – mit weit ausgebreiteten Armen, wie ein Rockstar.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Für den 30-jährigen Rheinländer muss sich der Auftritt vor etwa 11 000 Zuschauern in der ausverkauften Tui-Arena auch anfühlen, wie ein Rockkonzert. Quasi im Alleingang – nur hin und wieder von seiner Band Sprengstoff begleitet – stemmt er ein zweieinhalbstündiges Programm.

Mockridge nimmt sein Publikum mit auf eine Reise in den Vergnügungspark Luckyland, nach dem seine Show „Welcome to Luckyland“ benannt ist. Auch das Bühnenbild hat sich dem Motto angepasst. Der Park sei ein Sinnbild für die Phasen, die jeder im Leben durchmache, erklärt der Komiker. Es gebe mehrere Bereiche, durch die jeder gehe, so zum Beispiel den Familien-, Beziehungs- und Saufbereich. Mockridge durchläuft sie an diesem Abend alle – mit Anekdoten, Witzen und Liedern.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Spaß in den Neunzigern

Da wäre zum Beispiel der Kinderbereich. „Früher war alles besser“, sagt der 30-Jährige und spricht somit das an, wofür ihn seine Zuschauer lieben – Mockridge ist in den Neunzigern großgeworden und holt eine Erinnerung nach der anderen aus dieser Zeit hervor: Die Angst davor, dass die Mutter des besten Freunds ans Telefon geht, wenn man ihn anruft, weil Handys noch nicht verbreitet waren. Die Notwendigkeit, sich in einer SMS so kurz wie möglich zu fassen, weil eine Nachricht 19 Cent kostete. Der Spaß bei Kinderspielen ohne Tablet, wie mit einem Kissen eine Treppe runter zu rutschen oder über Stühle und Tische zu steigen, weil der Boden „Lava“ ist. „Das kennen nur wir“, sagt der Komiker. In diesem Momenten nimmt er sein Publikum – das zum weit überwiegenden Teil aus 20- bis 35-Jährigen besteht – gut mit.

Ebenso bei seinen musikalischen Einlagen: Das achtziger-Jahre-Medley, die Jam-Session am Piano oder die Balladen in Lagerfeueratmosphäre kommen gut an. Mit der richtigen Portion Selbstironie kann er die Zuschauer mitreißen.

Gags unter der Gürtellinie

Besonders in der zweiten Hälfte des Programms wird Mockridge dann allerdings zunehmend vulgär und ausfallend. Er macht sich über Dicke und Grundschullehrer lustig, redet permanent mit passenden Gesten über Sex. Geschichten über One-Night-Stands und betrunkene Partybesuche kommen wenig originell und mit kaum lustigen Pointen daher – dafür aber mit sexistischen Kommentaren.

Das kann auch die Moral der Geschicht‘ nicht mehr rausreißen: Luckyland sei eine Metapher dafür, jeden Augenblick zum Besten des Lebens zu machen. Manchmal ist das richtig schwer.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von Lisa Neugebauer

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.