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Lesung

Mariana Leky liest in Buchhandlung Decius

Lebhafte Lesung: Mariana Leky (links) und Moderator Wilfried Köpke.

Lebhafte Lesung: Mariana Leky (links) und Moderator Wilfried Köpke.

Hannover. Sie ist der Liebling der Buchhändler und Buchhändlerinnen, im vergangenen Jahr haben die inhabergeführten Buchhandlungen in Deutschland Mariana Lekys „Was man von hier aus sehen kann“ zu ihrem Lieblingsroman gewählt. Jetzt war die Autorin im Rahmen der Lesereihe „Literatour Nord“ in der Buchhandlung Decius zu Gast; und da wurde wieder deutlich, dass Mariana Leky nicht nur Liebling der Buchhändler, sondern auch der Leser ist: Die Veranstaltung war früh schon ausverkauft und das Publikum hat sich bei der Lesung bestens amüsiert.

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„Was man von hier aus sehen kann“ ist aber auch zu schön. Traurig-schön: Immer, wenn Selma von einem Okapi träumt, ist klar, dass in den nächsten Stunden jemand stirbt. So gibt es einige Todesfälle in dem Roman, der aber deswegen keinesfalls düster ist. Es ist ein witziges, originelles Buch, die in jedem Detail fein gearbeitete Geschichte ist auf angenehme Art verrückt – irgendwie schwer entzückend.

Das fand auch Moderator Wilfried Köpke, der die Autorin ebenfalls recht witzig, aber auch erstaunlich uncharmant befragte. Er begann – sehr mutig für einen Moderator, der ja um eine angenehme Gesprächsatmospäre bemüht sein sollte – mit dem Zitieren einer Hörfunkkritik, die dem Roman Harmlosigkeit und Kitsch vorwarf („dieses Buch tut einem nichts“). Dann machte er mit deutlichen Worten seiner Empörung über den frühen Tod einer sympathischen Romanfigur Luft: „Ich war fassungslos: Ist die Alte bescheuert?“

Mit „die Alte“ war die Autorin gemeint. Die reagierte freundlich und mit erheblichem Mädchencharme. Sie lachte mit, lachte vor allem über sich selbst und gab dem Moderator (dessen Redeanteil den ihrigen deutlich übertraf) vielfach recht. Als er das Alter der Erzählerin des Romans mit elf Jahren angab, sagte sie: „Ich meinte, sie wäre hier zehn Jahre alt, aber Sie haben sicher recht.“

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Andererseits wurde die Lesung durch die ungewöhnlich zupackende Moderation zu einer durchaus eine lebendigen Veranstaltung. Und das lässt sich ja nicht von jeder Dichterlesung sagen.

Weitere Lesungen bei der Literatour Nord: Am Donnerstag, 25. Januar, stellt Lukas Bärfuss um 19.30 Uhr seinen Roman „Hagard“ im Literaturhaus vor, am Donnerstag, 1. Februar, liest  Jonas Lüscher im Literaturhaus um 19.30 Uhr aus seinem Roman „Kraft“. In der Buchhandlung Decius liest Herfried Münkler am Mittwoch, 14. Februar, um 20 Uhraus „Der Dreißigjährige Krieg - Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648“

Von Ronald Meyer-Arlt

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