Neue Alben: Vanessa Mai bewegt sich vom Schlager weg – Lana Del Rey bleibt geheimnisvoll

Neue Wege: Ihre Texte sind noch schlagerhaft, mit den Sounds ihres neuen Albums „Mai Tai“ aber bewegt sich Vanessa Mai von ihrem angestammten Genre weg.

Neue Wege: Ihre Texte sind noch schlagerhaft, mit den Sounds ihres neuen Albums „Mai Tai“ aber bewegt sich Vanessa Mai von ihrem angestammten Genre weg.

Sie haben noch nie von Jon Batiste gehört? Der musikalische Leiter von Stephen Colberts „Late Show“ gehört zu den wichtigen Stimmen im amerikanischen Rhythm ’n’ Blues. Im Vorjahr marschierte er in New York bei den Black-Lives-Matter-Protesten voran, jetzt hat er einen optimistischen Soundtrack zu den unruhigen Zeiten vorgelegt. Sein neues Album „We Are“ ist eine der acht Platten, die hier unter die Lupe genommen werden.

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Geheimnisvoll und dunkel – großer Pop von Lana Del Rey

Und wenn man schon glaubte, Lana Del Rey könne eigentlich kein besseres, intensiveres Album als das unter den Fittichen von Jack Antonoff entstandene „Norman Fucking Rockwell“ von 2019 abliefern, kommt sie nur gut anderthalb Jahre später mit „Chemtrails over the Country Club“ rüber. Und schöner, fragiler, verwunschener geht’s nicht mehr. Allein das Joni-Mitchell-Cover „For Free“ (bei der ihr die Kolleginnen Zella Day und Weyes Blood zur Seite stehen) würde ausreichen, dass einen Gänsehaut überkäme. Da es aber den Abschluss einer Platte voller Gänsehautsongs darstellt, hat man sich bis dahin schon fast in eine Gans verwandelt.

Del Rey singt Country („Wild at Heart“ – mit Verweisen auf den Tod von Prinzessin Diana) Folk („Yosemite“ – „We did it for fun, we did it for free“) und Blues (im Mittelteil von „Dance til We Die“) – alles in ihrem Traumpopstil auf ihre ganz eigene, hauchzarte, gelegentlich fast an der Unhörbarkeit entlangflüsternde und dabei dennoch so unglaublich energetische Art. Klaviere gründeln in Moll, Akustikgitarren trauern, Del Reys Multitrack­stimme erscheint im Hintergrund sirenenhaft. Voller dunkler Geheimnisse sind diese Lieder über den Ruhm und dessen Schatten: Im gruselig-glamourösen Titelsong singt sie: „Ich bin im Wind, ich bin im Wasser, niemandes Sohn, niemandes Tochter“, und ihre Mädelsrunde wird am Ende des Videos zum Song eine ziemlich werwölfische Truppe. Und wenn die New Yorkerin im Opener „White Dress“ davon singt eine „Kellnerin“ und „nur 19 Jahre alt“ gewesen zu sein, damals auf einer Konferenz von Musikbizleuten in Orlando, beschwört die Traurigkeit ihrer Stimme ganz beiläufig Unbehagen über unbekümmerte Machtmänner herauf, die allesamt vor #MeToo zittern sollen.

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Lana Del Rey – „Chemtrails over the Country Club“ (Interscope/Polydor)

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Die Fratellis und ihre Liebe zum Bombast

Die Fratellis singen davon, dass Cinderella plötzlich weg war und alle Welt dreinschaute, als wären gerade die Sechzigerjahre gestorben. Und auch wenn der Titelsong des sechsten Albums „Half Drunk under a Full Moon“ erst mal anmutet, als sei er in einem alkduseligen Zustand nach zu vielen Mai Tais geschrieben worden und als habe der Dichter mit seiner Faszination für Johnny Depps Wangenknochen zusätzlich an einem LSD-Blättchen gelutscht, so ist das Gefühl, in einer Zeit zu leben, „in der die Peitsche herabsaust“, doch ganz treffend, und den Satz „deine Logik macht mich wahnsinnig“ kriegt man auch auf die eigenen Verhältnisse hingebogen, wenn man sich nur mal Landesfürsten und Provinz­herzögchen bei ihren oft logikabholden Pandemie­bekämpfungs­burlesken ansieht. Das ist fast nicht mehr anders als volltrunken und ganz egal unter welchem Mond auszuhalten.

Musikalisch ist das Boah-ey-Pop. Die schottischen Brüder (fratellis) von verschiedenen Müttern, auch schon wieder 16 Jahre im Geschäft, schwelgen, pompen und bombasten, dass selbst der im Januar an Covid-19 verstorbene Phil Spector Gänsehaut bekommen hätte. Sie sind Brüder im Geiste von Roy Orbison, den Walker Brothers und zuweilen auch den Beatles – romantisch, melancholisch, gut. Von ihren Wurzeln in Glamrock und Punk sind hier allenfalls noch Spurenelemente vorhanden. Der Titelsong ist der Königsbrummer unter ausnahmslos sich mit royalen Samt-und-Seide-Melodien an den Hörer ranwanzenden Songs, die zuweilen – man höre den Refrain von „The Last Songbird“ und „Action Replay“ – um Haaresbreite am Schlager vorbeischlittern. Pst, in Wahrheit sind die Sechzigerjahre nie gestorben und Cinderella ist nur einkaufen.

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The Fratellis – „Half Drunk under a Full Moon“ (Cooking Vinyl)

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Vanessa Mai will mehr als klassischen Schlager

Songweise an ihrem Metier, dem klassischen Schlager, vorbei schlittert Vanessa Mai diesmal. Darin folgt sie ihrer Kollegin Helene Fischer, die schon vor langer Zeit Bob Dylan coverte und auf ihrem jüngsten Album unter anderem mit Freddie Mercurys alten Queen-Kumpels Brian May und Roger Taylor zusammenspielt. Ob der Weg in die stilistische Vielfalt so ernst und dringlich ist wie einst der (Rück-)Weg Peter Maffays vom Schlager zu seiner eigentlichen Heimat Rock ’n’ Roll, wird die Zukunft weisen. Einstweilen überrascht Mai auf dem Album „Mai Tai“ durchaus mit frischen Sounds, und bedient das Genre, nach dem sie 2018 ihr Debütalbum benannte, deutlich weniger, am eindeutigsten noch im Opener „Sommerwind“ (zum Urlaubs­sehnsuchts­video). Selbst wenn die „Welt mal zerbricht“ und der Liebste im Song „Der Eine“ schlagerlyrisch Mais „Himmelslicht“ bleibt, wird die Romantik in eine propere Rockpopballade gefasst.

„Landebahn“ heißt Mais Spiel mit Breakbeat, Autotune und Elektro, in dem Duettpartner Ardian Bujupi („DSDS“-Halbfinalist von 2011) zwischendurch rappt. Ähnlich kühl gluckert und pluckert „Morgenlicht“, während Mai erotische Zweisamkeit andeutet. Andreas Bouranis „Auf anderen Wegen“ schließlich beginnt als chansoneskes Klavierstück, überzeugt in Mais 2021er-Version mehr als das Original und wird durchaus als Wegweiser in ihre musikalische Zukunft verstanden. Interessanter Cocktail, wir sind gespannt, wie sie den nächsten mixt.

Vanessa Mai – „Mai Tai“ (Ariola)

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Suzi Quatro ist wieder ganz nah am Glamrock

„Nichts“ ist die Lösung in der heute startenden Sherlock-Holmes-Serie „Die Bande aus der Baker Street“, wenn es darum geht, eine mit dem Satz „Was ist verdorbener als der Teufel“ verschlüsselte Knobelbox zu öffnen. Nun, zum Teufel gibt es tausend Konzepte, und wenn Suzi Quatro ihr neues Album „The Devil in Me“ nennt, geht es weder um den Gehörnten als konkrete Figur noch um einen teuflischen Abgrund des Verdorbenen in ihrer Seele, sondern einfach darum, dass sie auf der Bühne und auf Platte immer noch die Sau rauslassen kann (auch wenn in den Songlyrics von Fehlern und Irrwegen die Rede ist und von den Engeln, die den Teufel in ihr bewachen). Tatsächlich ist die Amerikanerin, jüngst von Kollege Alice Cooper per Songerwähnung endlich amtlich dem Rockadel von Detroit zugeschlagen worden. Und nie seit „Tear Me Apart“ von 1975 kam Suzi, die mit ihrer Musik eigentlich nur in Europa dauerhaft populär war, auf Tonträgern dem Glamrock wieder so nahe wie hier.

Wird die Frage nach dem Hit des Albums laut (die 1974 sofort gestellt worden wäre), kämen Titelsong und das abschließende „Motor City Riders“ in die Nähe der Glamklassiker „Can the Can“, „48th Crash“ und „Glycerine Queen“. Mit Stücken wie „My Heart and Soul“ und „Do Ya Dance“ zeigt die 70-Jährige aber auch Bandbreite – Soul und Funk (seit „Your Mamma Won’t Like Me“ im Quatro-Portfolio) erheben ihr groovendes Haupt. Der „Isolation Blues“ und „Love’s Gone Bad“ sind bluesige Statements zum Leben im Lockdown. So einige mediokre Platten gab es von Quatro nach den Siebzigern, und an ihre Endsiebziger-Popphase der erfolgreichen Alben „If You Knew Suzi“ und „Suzi … and Other Four Letter Words“ erinnert sie hier aus unerfindlichen Gründen gar nicht. Summa summarum gilt aber der Satz aus „Devil Gate Drive“ von 1974 (sie benutzte den alten Gottseibeiuns schon immer auf Teufel komm raus): „Let’s do it one more time for Suzi …“

Suzi Quatro – „The Devil in Me“ (Steamhammer/SPV)

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Israel Nash verbindet Countryrock mit Pink Floyd

Country gilt bei uns – weitgehend zu Unrecht – als kleine Musik. In deren Reimen Frauen Männer anhimmeln, die es nicht verdienen, und ganze Kerle traurige Geschichten von ihres Weges ziehenden Frauen erzählen. Countryrock ist schon anerkannter, hier beackerten Byrds, Gram Parsons und Eagles, aber auch Uncle Tupelo, Wilco und die Jayhawks ein weit größeres, farbenfroheres Territorium – in Sounds und Sujets. Hier nun siedelt auch der Texaner Israel Nash, der sein sechstes Album „Topaz“ vorlegt. Rock ist hier kein Zierrat für Country – man höre nur das grandios-endlose Gitarrensolo von „Sutherland Springs“ oder den funkelnden Twang von „Closer“, das irgendwie an die Erkennungs­melodie der Berlinale erinnert.

Mithilfe von Black-Pumas-Mann Adrian Quesada hat der Mann mit der Neil-Young-hohen Stimme coronabedingt in seinem Heimstudio im texanischen Hügelland die zehn Songs eingespielt. Viel Einsamkeit ist eingeflossen, und so spürt man zuweilen eine Weite und Schönheit und Andersweltigkeit wie bei Pink Floyds „Wish You Were Here“, während andere Songs – etwa in „Down in the Country“ – die Wärme des Rhythm ’n’ Blues umarmen. Lieder wie „Canyonheart“, „Southern Coasts“ und „Pressure“ belegen Topplätze in unserer Pandemieplaylist. Und „Stay“ zeigt Nash als Soulman. „I just wanna stay“, barmt er da, „ich will bleiben.“ Und das wollen wir ihm gern gewähren. Sein „Topas“ ist eines der Juwelen des noch jungen Jahres.

Israel Nash – „Topaz“ (Loose Desert/Folklore Music)

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Soloraritäten vom Clash-Sänger Joe Strummer

Die drei angekündigten Clash-Songs auf der Kompilation „Assembly“ sind eigentlich nur zwei, und es sind nicht etwa unbekannte Versionen der führenden Punkband der ersten Punkwelle, sondern Varianten, die ihr Sänger Joe Strummer in seiner Solokarriere aufgenommen hat. Eine Akustik-Soloversion von „Junco Partner“ (das Original war auf dem Dreifachalbum „Sandinista!“ enthalten) und eine Liveaufnahme von „Rudie Can’t Fail“ mit den Mescaleros gehören zu den Gemmen hier. „I Fought the Law“ aber – man erinnere sich – war eine Rock-’n’-Roll-Nummer von 1960, die der stets rockabillyaffine Strummer schon mit The Clash von Sonny Curtis gecovert hatte. Hier hört man nun die Mescaleros. Sie können das auch.

„Assembly“ vereint Raritäten aus Strummers Post-Clash-Zeiten. Wer noch nie „Coma Girl“ gehört hat, der wird diesen coolen, straffen Rocker, den der 2002 viel zu früh Verstorbene über seine Tochter Lola schrieb (die ihn als Künstlerin auf einer Westcoast-Festivaltour begleitete), für immer unter die verlorenen Hits-to-be der Rockmusik zählen. Wie auch „Johnny Appleseed“ oder „Love Kills“, Letzteres vom Soundtrack zu Alex Cox’ Punkliebesfilm „Sid & Nancy“. Und Bob Marleys tausendfach gecoverter „Redemption Song“ liegt hier auch in einer seiner stilleren und wohl anmutigsten Adaptionen vor – der definitive „song of freedom“ (fast) am Ende eines Albums voller „songs of freedom“. Da passt es perfekt, dass diese „Montage“ auf George Harrisons altem Dark-Horse-Records-Label erscheint.

Joe Strummer – „Assembly“ (Dark Horse Records)

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Sturgill Simpson liefert Bluegrass für alle

Da sitzt Sturgill Simpson nun auf dem Cover seines neuen Albums „Cuttin’ Grass Vol. 2 – The Cowboy Arms Sessions“ auf seinem kleinen Rasenmähertrecker unterm Vollmond und wir haben zu Hause nur so einen kleinen E‑Schneider, bei dem alle naslang der Stecker aus der Dose rutscht. Neiderfüllt schieben wir die Disc in den Player und hören, wie der Country­traditionalist aus Kentucky mit seinen Hillbilly Avengers schon im Opener über Stock und Stein geht. Das Banjo flitzt in „Call to Arms“, dass man an den kleinen, gruseligen Plinkermeister aus John Boormans Thriller „Beim Sterben ist jeder der Erste“ denkt. Wow! Cool! Hier rockt und rollt alles.

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Zwei Alben hat Simpson binnen Kurzem auf den Markt geworfen, das zweite „Grasschneide-Kapitel“, ab 2. April auf CD vorliegend, ist mit einem Dutzend Songs auf 40 Minuten weniger ausufernd und deutlich kompakter als das erste und in der Themenwahl persönlicher, geht es doch um Leute (vom eigenen Großvater, der ihm Bluegrass nahebrachte, in „Hero“ bis zu dem über die Sünden der Väter räsonierenden Gottessohn in „Jesus Boogie“), die dem 42-Jährigen nahestehen. Es sind neuerlich Verwandlungen von Simpsons Countrytracks in Bluegrass, und neuerlich steht das sonnigere Gemüt Songs wie dem Singalong „Sea Stories“ oder dem ernsteren „Oh Sarah“ außerordentlich gut. Und die Botschaft „Leb ein bisschen“ in „Brace for Impact“ wollen wir gern berücksichtigen. Wer musikalische Erbauung sucht, aber Bluegrass bisher eher für rückständig und monoton hielt, dem öffnet sich mittels Simpsons Melodienreichtum, seiner zuweilen an Van Morrison erinnernden volltönenden Stimme – man höre nur „Welcome to Earth (Pollywog)“ oder „Tennessee“ – eine Pforte zum Genre. Und wenn Simpson in der zusammen mit dem großen, damals schon sterbenskranken Countryheroen Merle Haggard geschriebenen Ballade „Hobo Cartoon“ zärtlich der Güterzüge gedenkt und der auf ihnen durchs Land reisenden Vagabunden, zieht eine versunkene Welt vor dem Hörer herauf und unbändiges Fernweh dazu.

Sturgill Simpson – „Cuttin’ Grass Vol. 2 – The Cowboy Arms Sessions“ (High Top Mountain/Thirty Tigers)

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Jon Batiste, der Rassismus und der Soul

„Wir sind die Goldenen, wir sind die Auserwählten“, singt Jon Batiste den Gospel „We Are“, der das gleichnamige neue Album eröffnet, und elysische Chöre fallen ein, um diese Behauptung zu stützen. Nie mehr sei man ab jetzt mehr allein, versichert der Golden-Globe-gekürte Komponist der Jazzstücke von Pixars „Soul“ und Leiter von Stephen Colberts „Late Show“ – bevor eine Marching Band losbratzt. Gewidmet ist dieses 13-Tracks-Statement all den „Träumern, Sehern, Griots und Wahrheits­liebenden, die sich weigern, uns völlig in den Wahnsinn absteigen zu lassen“. Was natürlich gemünzt ist auf den Rassismus und den Rechtsradikalismus, der in den Trump-Jahren beinahe satisfaktionsfähig zu werden schien in den US of A.

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Das Stream-Team

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Batiste, dessen Songs immer wieder an Marvin Gaye erinnern und die in Funk und Soul und Blues und Jazz getaucht sind, erzählt in „Tell the Truth“ von den Lektionen, die er von seinem Vater erhielt, und in „Cry“ vom Leben der Schwarzen in Angst vor den Weißen in Amerika. Zu klimperndem Piano versichert er im munteren „I Need You“, dass ein wenig Liebe alles sei, was wir bräuchten. Und der Optimismus ist durchaus präsent in diesem (Protest-)Album, das während der Pandemie und den Black-Lives-Matter-Protesten entstand, an deren Spitze er im vergangenen Sommer in New York stand. Mit Gästen wie Mavis Staples, Quincy Jones und – auf der R-’n’-B-Single „Show Me the Way“ – Zadie Smith stellt er in seinen eigenen Stücken die Gaye-Frage „What‘s Going On?“ und gibt die Dylan-Antwort „The Times they Are A-Changin’“.

Jon Batiste – „We Are“ (Verve Records)

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