Kunstverein Hannover

Schüler eröffnen digitale Herbstausstellung

In einem digitalen Rundgang und mit einer VR-Brille kann die Ausstellung betrachtet werden.

In einem digitalen Rundgang und mit einer VR-Brille kann die Ausstellung betrachtet werden.

Hannover. Düster, kleinteilig, befremdlich und auffällig – das sind Worte, die die 56 Schüler der Robert-Koch-Realschule aus Langenhagen benutzen, wenn sie Werke der Künstler beschreiben, die sich für die traditionelle Herbstausstellung des Kunstvereins Hannover beworben haben. Alle zwei Jahre werden hier aktuelle Werke von niedersächsischen Künstlern gezeigt. Eine Fachjury wählt die Kunstwerke aus. Jetzt durften Schüler ihre eigene Herbstausstellung gestalten – wenn auch nur in der digitalen Wirklichkeit. Die jungen Kuratoren bespielen für ihre Ausstellung zwar die selben Räume, Bilder mussten sie allerdings nicht umhängen. Sie überschrieben die Herbstausstellung digital: Erst durch eine Virtual-Reality-Brille wird die Ausstellung der Schüler in den Räumen der traditionellen Herbstausstellung sichtbar.

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„Die Schüler hatten fast den gleichen Pool an Bewerbern zur Verfügung, wie die Fachjury, die für die Herbstaustellung Werke auswählt“, sagt Kathleen Rahn, Chefin des Kunstvereins. Mit dem Ergebnis habe allerdings niemand gerechnet. „Es gibt nicht eine einzige Dopplung, die Schüler haben für die digitale Ausstellung völlig andere Werke gewählt“, sagt Rahn. Anstelle von Werken von Degenhardt Andrulat, Rolf Bier oder Christiane Möbius hängen in der digitalen Ausstellung 22 Werke von Künstlern wie Eileen Lofink („Zauberer“), Dieter Heinrich („ice fever“) und Reinhard Stoppe („Spaziergang mit Moses“).

Mit Kunstvermittlerin Kristina Sinn lernte die Schülerjury, was es mit Raumbezügen, Lichtverhältnissen und Hängungen auf sich hat. „Wir hatten vermutet, dass es zumindest einige gemeinsame Werke geben wird – aber die Schüler haben sich von nichts beeinflussen lassen. Nicht einmal von mir“, sagt Sinn. Den jungen Kuratoren seien Lebensläufe, Bekanntheitsgrade und die Szene mit ihrem Netzwerk gleich gewesen. „Sie haben nicht einmal auf die Geburtsjahre der Künstler geschaut sondern haben sich nur mit dem Kunstwerk beschäftigt“, sagt Sinn.

Eine Künstlerin hat die Schüler-Jury besonders beeindruckt: Gleich zwei Werke („Bademantel 1“, „Bademantel 2“) von Britta Ahrens, die in Peine lebt und arbeitet, haben es in die virtuelle Ausstellung geschafft. Nicht nur die Auswahl wurde von den Schülern getroffen – sie entwickelten auch ein Raumkonzept mit der Raumgestaltungs-Software Ikonospace, schrieben Texte zu den Werken und eine Ausstellungsinformation.

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Die digitale Herbstausstellung kann im Foyer des Kunstvereins Hannover mit einer VR-Brille besichtigt werden. Die digitale Ausstellung ist während der gesamten Dauer 88. Herbstausstellung noch bis zum 28. Oktober geöffnet.

Von Tomma Petersen

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