Hannover

So war das Schomaker-Konzert im Musikzentrum

Antje Schomaker singt im Musikzentrum über Liebeskummer und Leichtigkeit.

Antje Schomaker singt im Musikzentrum über Liebeskummer und Leichtigkeit.

Hannover. „Mehr Liebe!“, ruft Antje Schomaker ins Publikum im gut gefüllten Musikzentrum. Vor einigen Tagen erschien ihr Debütalbum „Von Helden und Halunken“. In ihren Songs besingt die Rheinländerin meist altbekannte Gefühle: Freundschaft, Liebe und das Allleinesein. So weit, so Deutschpop.

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Mit dem mainstreamigen Vierviertelklatsch-Pop von Mark Forster oder Andreas Bourani hat ihre Musik nichts zu tun. Genauso fehlt ihr das Pathos von Silbermond oder die tiefe Traurigkeit früherer Songs von Philipp Poisel. Stattdessen versucht die Mitzwanzigerin Melancholie mit Leichtigkeit zu kombinieren.

In den Tiefen klingt Schomakers dumpfe, hohe Stimme stellenweise nach Nena. Dazu hört man Akustikgitarrengezupfe, ein mal träges und mal treibendes Schlagzeug und Keyboardakkorde. „Wenn du Schokolade essen oder ein Bierchen trinken und dabei quatschen willst, bin ich da“, wiederholt Schomaker ihre Worte an eine Freundin auf der Bühne im Musikzentrum. Auch, wenn es wie so oft in ihren Songs gefühliger wird: Ernsthaftigkeit wirkt bei ihr nie erdrückend. Und das, obwohl die meisten ihrer Lieder durchaus melancholisch klingen.

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Auf der Bühne ist die Sängerin ständig in Bewegung. Sie wippt, sie hüpft, sie tanzt – ganz selbstvergessen. Ihre unkompliziert wirkende Art kommt an. Das Konzert in Hannover, gleichzeitig das Debüt ihrer ersten Tour, wurde aufgrund der hohen Nachfrage vom Lux ins Musikzentrum verlegt.

Die meiste Zeit spielt Schomaker selbst Gitarre und sitzt manchmal am Keyboard. Doch auch ein Xylophon kommt zum Einsatz, beim einzigen Coversong des Abends namens „3 Millionen“. Er stammt von Deutschpop-Sänger Bosse, bei dem die Sängerin genauso wie bei Johannes Oerding („Kreise“) im Vorprogramm auftrat.

Besonders beim Bosse-Song „3 Millionen“ wird deutlich: Schomaker schafft es, schwierige Gefühle wie Einsamkeit zu thematisieren, ohne sich dabei zu sehr in ihnen und dabei ihr breites Grinsen zu verlieren. Das ist ziemlich lässig. Sie singt mit einer schnoddrigen Leichtigkeit über Liebeskummer und das Loslassen.

Von Sarah Franke

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