Festakt

Sprengel-Museum erhält Auszeichnung „Museum des Jahres“

Ausgezeichnet: Museumschef Reinhard Spieler mit Sabine Maria Schmidt (links) und Danièle Perrier.

Ausgezeichnet: Museumschef Reinhard Spieler mit Sabine Maria Schmidt (links) und Danièle Perrier.

Hannover. Hochkarätige Kunstschätze, herausragende Architektur, anspruchsvolle Ausstellungs-, Forschungs- und Sammlungsprojekte: Das sind, kurzgefasst, die Gründe für die Auszeichnung des Sprengel-Museums als „Museums des Jahres 2017“ durch den Kunstkritikerverband Aica. Die ausführliche Fassung dieses Lobes hat die Laudatorin Sabine Maria Schmidt jetzt beim zugehörigen Festakt in dem Haus am Maschsee vorgetragen. Sie hat dabei insbesondere den Erweiterungsbau, aber auch seine Nutzung durch die jüngsten Ausstellungen zu dessen Architektur, zur „so überhaupt erstmals“ gezeigten Sammlung des Museums und zur Geschichte der Moderne in Hannover hervorgehoben.

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Quer zu herrschenden Trends

„Ich freue mich über diese wirklich großartige Auszeichnung“, sagte Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok und betonte die besondere Rolle, die das Museum bei der Bewerbung um den Unesco-Kulturhauptstadttitel einnehme. „Ich freue mich ganz, ganz großartig“, sagte auch Annette Schwandner vom Kulturministerium bei dem Festakt, an dem zahlreiche Vertreter von Kunst und Kultur teilnahmen, darunter auch Angela Kriesel und ihre Familie, die Tochter von Margrit und Bernhard Sprengel, deren Schenkung an die Stadt den Grundstock dieses Museums bildete. Eines Hauses, dessen Rang Danièle Perrier, die Präsidentin der deutschen Aica-Sektion, schon vor Beginn der eigentlichen Laudatio verdeutlichte. Denn in ihrer Ansprache skizzierte sie, was ein Museum aufweisen muss, um für diese Auszeichnung überhaupt in Betracht zu kommen. „Die Kriterien sind eine Museumsarbeit quer zu herrschenden Trends, gegen bloßes Art Entertainment und abseits vom kommerziellen Kunstmarkt.“

Das Kürzel Aica steht für Association Internationale des Critiques d’Art, mit mehr als 4000 Mitgliedern in 64 Ländern, darunter 200 in Deutschland, ist es es der weltgrößte Zusammenschluss seiner Art. Umso wichtiger müssen die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen die Worte nehmen, mit denen Sabine Maria Schmidt ihre Lobrede beendet hat: „Aica möchte mit der Auszeichnung den wichtigen Status der Stadt Hannover für die zeitgenössische Kunst würdigen – in der Hoffnung, dass dies auch künftig bei kulturpolitischen und vor allem auch finanzpolitischen Erörterungen erinnert bleibt.“

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Lob für den Erweiterungsbau

Museumschef Reinhard Spieler nahm die Urkunde entgegen und würdigte, ebenso wie zuvor schon die Laudatorin, den Einsatz seines Vorgängers Ulrich Krempel für die Vision des Erweiterungsbaus in Abstimmung mit der Familie Kriesel sowie mit Stadt und Land. „Das ist ein großartiges Geschenk für das Museum und für die Stadt“, sagte Spieler – ein Satz, den man auch auf die Aica-Auszeichnung beziehen kann. Nach dem Empfang wurde in einer Preview noch der „Museums-Check“ des Fernsehsenders 3Sat gezeigt, den Moderator Markus Brock und der Schauspieler und Fotograf Kai Wiesinger dem Sprengel-Museum widmen.

Ausgezeichnet wurden bei dem Festakt auch die Nationalgalerie Berlin sowie das Museum Ludwig in Köln. Die Berliner Kunstschau „Surreale Sachlichkeit“ mit Werken der Zwanziger- und Dreißigerjahre erhielt den Aica-Titel „Ausstellung des Jahres 2017“. Als „Besondere Ausstellung des Jahres 2017“ wurde „Otto Freundlich: Kosmischer Kommunismus“ im Museum Ludwig von Aica gewürdigt.

Das Sprengel-Museum im „Museums-Check“ in der 3Sat-Mediathek.

Von Daniel Alexander Schacht

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