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Fotografie

Wie Fotostudenten Deutschland sehen

So sieht Deutschland aus:  Aus dem Buch „Heiter bis wolkig“ .

So sieht Deutschland aus: Aus dem Buch „Heiter bis wolkig“ .

Hannover.Zwölf Absolventen des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie präsentieren in der Galerie für Fotografie ihren Blick auf die Deutschland im Jahr 2018 – in jeweils besonderen Installationen. Patricia Kühfuss etwa zeigt den Alltag von Pflegekräften in Krankenhäusern, Jakob Schnetz gibt Einblicke in die moderne Büro-Arbeitswelt. Selten wird Müdigkeit in Fotos so anschaulich gemacht. Die Pflege-Fotos sind in einem kleinen Kabuff mitten in der Ausstellungshalle zu sehen. Kühfuss thematisiert das Thema Überforderung auch in der Anordnung ihrer Bilder: Im Zentrum eine medizinische Fachkraft, die konzentriert auf einen Bildschirm blickt, drumherum Bilder von Operationen. Wer genau hinschaut, kann sogar eine Herz-Lungen-Wiederbelebung erkennen.

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Dennis Welge hat das Leben eines Pornodarstellers dokumentiert. Der Akteur mit dem Künstlernamen Jason Steel ist privat Lebensgefährte und Vater – der Fotograf fragt, wie er beides miteinander vereinbaren kann. Zu den Bildern hat er eine kleine Installation aus Kinderspielecke mit Porno-Videokassetten geschaffen. Das wirkt recht gewollt. Es zeigt, dass Fotografen vor allem fotografieren – und sich besser nicht den hohen Anforderungen an künstlerische Installationen aussetzen sollten.

Auch Christian Werner, David Carreno Hansen und Sven Stolzenwald haben installativ gearbeitet. Mit Kantstein und Kiesbeet, grauer Wand und Steinmeier-Bild machen sie überdeutlich, dass es in ihrer Arbeit um Deutschland geht. Ihre Bilder, die sie in einem Buch mit dem Titel „Heiter bis wolkig“ zusammengestellt haben, zeugen allerdings von einem klugen Blick für die Tristesse des Alltags. Und von hintergründigem Humor. Der Schriftsteller Frank Goosen hat für das Buch einen Text verfasst. In der Ausstellung liegt ein selbst zusammengebasteltes Exemplar des Buches aus. Die Fotografen suchen noch nach einem Verleger. Angesichts der Qualität der Bilder müsste der sich eigentlich leicht finden lassen.

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„Sind wir was wir sind“. Bachelorarbeiten des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie. Bis 8. Juli in der Galerie für Fotografie, Seilerstraße 15 d.

Von Ronald Meyer-Arlt

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